SÜDWEST AKTIV > Land und Welt > Aktuelles aus den Regionen
Ihre Ansprechpartner Impressum
Anmeldung für...
SÜDWEST PRESSE - ein starker Verbund

Artikel per E-Mail versenden Artikel drucken Schrift größer Schrift kleiner


Noch mehr Schiene
Minister Rech: Straßenbahnbau zum Eselsberg 2012 denkbar

Der Straßenbahnausbau nach Böfingen ist noch nicht fertig, da konkretisiert sich schon eine weitere neue Linie: Kuhberg-Bahnhof-Eselsberg-Wissenschaftsstadt. Baubeginn könnte 2012 sein, meint das Land.

Hans-Uli Thierer

Ulm  Sofern nachgewiesen wird, dass eine Straßenbahnlinie von den Schulzentren am Kuhberg über den Hauptbahnhof auf den Eselsberg zu Uni und Wissenschaftsstadt technisch und finanziell machbar ist, "könnte ein Baubeginn 2012/13 erfolgen". Diesen zeitlichen Horizont für den weiteren Ausbau der Schiene, der auf die vor der Fertigstellung stehende Verlängerung der Linie 1 nach Böfingen folgen soll, steckt der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech ab.
 
Rech, auch zuständig für Verkehr, in einer Antwort auf eine Anfrage des Ulmer Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD) über die künftige Verkehrsinfrastruktur für die Wissenschaftsstadt: Bedingung sei, dass der Straßenbahnausbau mit dem Bau der Schnellbahntrasse Stuttgart-Ulm koordiniert werden könne. Beide Projekte laufen über den Kienlesberg, wo die Bahntrasse aus dem Alb-Tunnel herauskommt. Darüber hinweg könnte auf Höhe der Kienlesbergstraße die Tramtrasse verlaufen. So jedenfalls sah es das Fünf-Linien-Stadtbahn-Konzept vor, das vor neun Jahren an einem Bürgerentscheid scheiterte.
 
Eine Straßenbahn zum Eselsberg ist also keine grundlegend neue Idee; und Schienen zum Kuhberg gab es schon einmal, die aber in den 60er Jahren herausgerissen wurden, als ganz im Geiste der Zeit im Stadtverkehr auf Straßen und damit auf Autos und Busse gesetzt wurde. Die in den 90er Jahren geplante neue Linie sollte vom Eselsberg über Hauptbahnhof, Neue Straße und Herdbrücke hinüber nach Neu-Ulm bis Ludwigsfeld und Wiblingen führen. Sie war gedacht als Nord-Süd-Kernlinie und Pendant zur bestehenden West-Ost-Kernlinie Söflingen-Donauhalle, die derzeit nun nach Böfingen verlängert wird.
 
Mittlerweile setzt der Ulmer Gemeinderat also auf eine andere Strategie: Statt eines Großvorhabens - das Fünf-Linien-Konzept hätte rund 300 Millionen Euro gekostet - soll die Schiene in überschaubaren Einzelprojekten ausgebaut werden. Minister Rech: Sofern die Kuhberg-Eselsberg-Linie förderfähig wäre, käme bei Kosten bis zu 50 Millionen Euro eine Bezuschussung nach einem Landestopf ("Entflechtungsgesetz") in Frage; der Fördersatz liege bei 75 Prozent. Würde der Schienenausbau teurer als 50 Millionen Euro, erfolgte eine Bezuschussung aus dem Bundesgesetz zur Gemeindeverkehrsfinanzierung, mit Zuschüssen sogar bis 80 Prozent. Nimmt man die 50 Millionen Euro als Größenordnung an, so bedeutet dies, dass die Stadt selber einen Anteil von jedenfalls mindestens 10 Millionen Euro zu finanzieren hätte.
 
Jetzt freilich heißt es nach den Worten Rechs zuerst: Hausaufgaben machen. Die erste Weichenstellung hat der Gemeinderat vorgenommen: Mitte Oktober stimmte er der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans zu. Darin vorgesehen ist, dass Stadt und Stadtwerke Vorplanung, standardisierte Bewertung und betriebswirtschaftliche Berechnung für eine Straßenbahn zum Kuhberg und zum Eselsberg veranlassen.
 




Erscheinungsdatum: Montag 27.10.2008 17:49 Uhr

zurück zurück zur Ressort-Übersicht