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Thema des Tages

STUDIUM / Hochschule Furtwangen baut Außenstelle auf
Industrie plant in Tuttlingen mit

Nach Tuttlingen kommt eine Außenstelle der Hochschule Furtwangen. Der Studienbetrieb soll bereits zum nächsten Wintersemester im Oktober 2008 beginnen.

PETRA WALHEIM

TUTTLINGEN  Die Zustimmung der Landesregierung steht zwar noch aus, doch die Planungen für einen Hochschulstandort Tuttlingen laufen bereits. Nach Auskunft von Wirtschaftsminister Ernst Pfister wird noch vor Weihnachten entschieden. Der Tuttlinger FDP-Abgeordnete rechnet mit der Genehmigung. Die Hochschule Furtwangen (HFU) wird drei ihrer Studiengänge nach Tuttlingen vergeben: Das sind die Fertigungstechnik, die Feingerätetechnik und die Medizintechnik.
 
Die Entscheidung für Furtwangen im Schwarzwald-Baar-Kreis ist eine Entscheidung gegen Konstanz. Auch die dortige Hochschule war im Gespräch, eine Filiale in Tuttlingen einzurichten. Die Konstanzer wollten aber nur zwei Bereiche vergeben. Auch die Pläne, mit der Hochschule Reutlingen zusammen eine private Hochschule aufzubauen, haben sich zerschlagen.
 
Dafür hat das Tuttlinger Modell nun eine Besonderheit: Die örtliche Industrie wird in die Studieninhalte eingebunden, hat ein Mitspracherecht, kann direkt mit dem Ingenieur-Nachwuchs arbeiten. Dafür zahlt sie einen Zuschuss von bis zu 2,5 Millionen Euro an den HFU-Ableger. Weitere 2,5 Millionen Euro sollen vom Land kommen.
 
Lange hatten sich der Tuttlinger Landrat Guido Wolf, Landtagsabgeordnete und die örtliche Industrie dafür eingesetzt, dass die Stadt der Medizintechnik Hochschulstandort wird. Antrieb war und ist der Nachwuchsmangel bei den Ingenieuren. Die Pläne wurden von den Nachbarn im 30 Kilometer entfernten Villingen-Schwenningen mit Skepsis betrachtet. Der Rektor der HFU, Rolf Schofer, sagte aber zu, dass weder in Furtwangen noch in Schwenningen Studiengänge abgebaut werden. An den beiden HFU-Standorten werde es eine inhaltliche Neuausrichtung geben, so dass sich das Studienangebot verbreitere.
 
Geplant ist bisher, dass zum Wintersemester 2008/2009 gut 100 Studenten in Tuttlingen beginnen können. Gesucht werden nun 15 Professoren, die das Tuttlinger Modell mittragen wollen. Wo die Hochschule untergebracht wird, steht noch nicht fest. Es gibt zwei mögliche Standorte: entweder im Altbau der Realschule oder in einem ehemaligen Fabrikgebäude.
 




Erscheinungsdatum: Freitag 30.11.2007

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