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Sex-SMS entschlüsselt
Studenten stellen gelöschte Daten wieder her
Mannheim  Mannheimer Studenten haben auf alten Festplatten und ausgedienten Handys obszöne Sex-Nachrichten und vertrauliche Unterlagen in großem Umfang aufgespürt. Sie entschlüsselten die vermeintlich gelöschten Daten in einer Vorlesung über Digitale Forensik der Universität Mannheim. Ihr Informatik-Professor Felix Freiling hat die Ergebnisse zu einer Fachkonferenz publiziert, unter anderem ist ein langer und sehr offener SMS-Dialog über Sex und Liebe darunter. "Küss mich morgen bitte überall", lautet eine der entschlüsselten Handy-Kurzbotschaften. Viele weitere SMS-Nachrichten waren so deutlich, dass Freiling viele Wörter schwärzte.
 
Neben intimen Geständnissen fanden die Studenten auch Notarunterlagen, Aufträge und Personaldaten einer mittelständischen Stahlbauunternehmens sowie den Stammbaum einer Familie. Auch Kontakt- und Anruflisten der Mobiltelefone stellten sie nach Angaben des Professors wieder her. Die 21 Festplatten für den Kurs waren zwischen 2000 und 2003 für je einen Euro im Internet ersteigert, die sieben Handys für je zehn Euro über das Internet gekauft worden.
 
Die Mannheimer Vorlesung über die gerichtsfeste Beweissicherung bei Datenträgern ist nach Freisings Angaben die erste ihrer Art in Deutschland. "Wenn man beim Formatieren der Festplatte nicht aufpasst, sind die meisten Daten wiederherstellbar, auch wenn die Festplatte oberflächlich leer erscheint", erklärt Freising, was sich die Informatik-Studenten in ihrer Rolle von Kriminalbeamten bei den Ermittlungen in der Vorlesung zu nutze gemacht hatten. fvb
 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 17.09.2008

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