SÜDWEST AKTIV > Land und Welt > Südwestumschau
Ihre Ansprechpartner Impressum
Anmeldung für...

- Anzeige -


- Anzeige -
Branchenbuch für Göppingen und Umgebung
SÜDWEST PRESSE - ein starker Verbund

Artikel per E-Mail versenden Artikel drucken Schrift größer Schrift kleiner


Besuch in der leeren Bibliothek
Das Land muss in Sachen Salem noch vieles schätzen lassen

60,8 Millionen Euro zahlt das Land dem Haus Baden für Schloss Salem und weiteren Kunsterwerb. Doch jetzt erst beginnt die Arbeit der Schätzer.

BETTINA WIESELMANN

Stuttgart  "Wir sind auf einem gutem Weg", gab sich Ministerpräsident Günther Oettinger gestern zuversichtlich. "Unser Ziel ist es, am 1. März zum Notar zu gehen."
 
Vor zwei Wochen hatte er verkündet, dass der leidige Streit mit dem Adelshaus Baden um die Zukunft von Schloss Salem und die Eigentumsrechte an beträchtlichen Kunstschätzen gütlich, wenn auch teuer beenden werden kann. Für 60,8 Millionen Euro übernimmt das Land fast die gesamte Schlossanlage samt Klosterkirche, inbegriffen sind dabei nicht nur Dachrenovierungsarbeiten von drei Millionen Euro. Mit 15 Millionen Euro wird vergütet, dass das Adelshaus auf einen Rechtsstreit um die fraglichen Kunstschätze verzichtet. Schließlich verpflichtete sich das Land, Kunstschätze im Wert von bis zu 17 Millionen Euro, die unstrittig dem Adelshaus gehören, zu erwerben.
 

Nur ein Teil davon ist von Sachverständigen des Landes bereits auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt worden. Um die Vereinbarung zu unterfüttern, machen sich erst jetzt Experten daran, die Gegenwerte in den zu kaufenden Gebäuden und andernorts aufzulisten und schätzen zu lassen. Eine erste Sichtung hat, wie Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) gestern bestätigte, eine Arbeitsgruppe seines Hauses vergangene Woche vorgenommen.
 
Dass die im Verhandlungsergebnis ausdrücklich festgehaltene Klosterbibliothek nur kunsthistorisch wertlose Akten enthält, dürfte bekannt gewesen sein: Schon 1826 hatte die Universität Heidelberg das gesamte wertvolle Inventar erworben. Wieviel wert der ebenfalls erwähnte "Museumsbereich" ist, ist noch offen: Es geht dabei um eine alte Brennerei und ein Feuerwehrmuseum. Bereits im Generallandesarchiv Karlsruhe lagern über 8000 Urkunden zum Kloster Salem, die das Land haben will. Eine Schätzung steht aber auch hier noch aus.
 
Oettinger dementierte, dass je die Rede davon gewesen sei, Prinz Bernhard könne Generalmanager in Salem werden. "Wir entscheiden, was dort geschieht. Es geht um die Geschäftsbesorgung vor Ort, dabei greifen wir auf die Erfahrung der Familie zurück."
 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 19.11.2008

zurück zurück zur Ressort-Übersicht