SÜDWEST AKTIV > Land und Welt > Südwestumschau
Ihre Ansprechpartner Impressum
Anmeldung für...
SÜDWEST PRESSE - ein starker Verbund

Artikel per E-Mail versenden Artikel drucken Schrift größer Schrift kleiner


TIERE / Vorsorge gegen die Geflügelpest
Die Vögel im Zoo werden notfalls geimpft

Keine Panikmache, sondern Vorsorge: In der Wilhelma liegt Impfstoff bereit, um Hühner, Enten und andere Vögel zu schützen - falls die Geflügelpest näherkommt.

ALFRED WIEDEMANN

STUTTGART  In nordrhein-westfälischen Tierparks wurde mit Schutzimpfungen gegen die Geflügelpest begonnen. Hühner-, Gänse- und Straußenvögel im Zoo von Aachen wurden immunisiert, nachdem die Krankheit nicht nur in den Niederlanden, sondern auch auf einem Hühnerhof am Niederrhein festgestellt worden war.
 
Stuttgart ist von den Seuchengebieten ein ganzes Stück entfernt. Deshalb treibt es Günther Schleussner die Sorgenfalten noch nicht auf die Stirn. Schleussner ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Wilhelma und im Stuttgarter zoologisch-botanischen Garten zuständig für die Vögel. Es bestehe schon die Möglichkeit, dass die gefährliche Vogelkrankheit in den Süden vordringt, sagt er, auch wenn es derzeit nicht danach aussehe. Auf den Fall der Fälle sei man jedenfalls gut vorbereitet. Impfstoff gegen die Geflügelpest liege bereit, versichert er.
 
Die gut 100 Wildenten, Wildhühner, Fasane der Wilhelma und das Federvieh im Streichelzoo könnten schnell immunisiert werden. Notwendig sei das aber erst, wenn die Krankheit in Baden-Württemberg eingeschleppt werde, erläutert der Vogel-Fachmann. Die EU erlaubt Zoos Schutzimpfungen gegen die Geflügelpest. Bei Nutzgeflügel sind Impfungen dagegen verboten.
 
Zur Vorsorge gehört auch, dass die Wilhelma ihren Bestand an Hühnervögeln, Tauben und Gänsen dem Veterinäramt gemeldet hat. Gehen mehr als zwei Prozent der Vögel ein, muss das der Behörde mitgeteilt werden, erläutert Dr. Schleussner, weil dann sofort untersucht werden muss, ob der gefährliche Grippeerreger die Ursache ist. Schon seit einiger Zeit sei man sehr zurückhaltend mit Transporten von Zoo zu Zoo, um kein Risiko einzugehen. Aus den Gefahrengebieten nehme man keine Vögel, das sei selbstverständlich.
 
INFO
 
Erreger der Geflügelpest ist ein Grippevirus. Für Verbraucher besteht in der Regel keine Gefahr, wohl aber für Menschen, die mit dem lebenden Geflügel umgehen. Befallene Vögel bekommen Fieber, Atembeschwerden und Durchfall. Sie legen keine Eier mehr und können innerhalb von Stunden bis Tagen verenden.
 

 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 21.05.2003

zurück zurück zur Ressort-Übersicht