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Stadträte lassen Ausbau prüfen
Mit der Straßenbahn nach Neu-Ulm?

Die Neu-Ulmer Stadträte wollen den Straßenbahnausbau genauer unter die Lupe nehmen. Die SWU sollen Kosten und Nutzen berechnen. Erste Schätzung: Die Linie Uni/Ludwigsfeld gibt’s für 86 Millionen.

Chirin Kolb

Neu-Ulm  Ein Ja zum Straßenbahnausbau war es nicht. Doch die Neu-Ulmer Stadträte halten an ihren alten Beschlüssen fest und verfolgen die einst ins Auge gefassten Linien weiter. Konkret: die Nord-Süd-Verbindung nach Ludwigsfeld. Sie ist gegenüber der West-Ost-Variante nach Pfuhl dank neuerer Großprojekte deutlich im Vorteil, denn sie würde am Einkaufszentrum Glacis-Galerie, an der Multifunktionshalle und an der Hochschule Neu-Ulm vorbei und durch den wachsenden Stadtteil Wiley führen.
 
Die Stadträte im Ausschuss für Stadtentwicklung gaben am Dienstag mit großer Mehrheit – gegen die Stimmen von Thomas Mayer (CSU) und Dr. Alfred Schömig (FDP) – der Verwaltung den Auftrag, über die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) eine so genannte standardisierte Bewertung dieser Linie untersuchen zu lassen. Darin enthalten sind eine exakte betriebs- und eine volkswirtschaftliche Berechnung. Es gibt aber bereits erste Zahlen: Die SWU Verkehr hat bei einem Dresdner Planungsbüro eine vereinfachte Kosten-Nutzen-Untersuchung in Auftrag gegeben. Die Planer kommen zu dem Ergebnis, dass die 13,3 Kilometer lange Strecke von der Wissenschaftsstadt bis nach Ludwigsfeld 86 Millionen Euro kosten würde.
 
In ihrer Studie haben die Planer vom Büro „Planung Transport Verkehr“ auch andere Strecken untersucht, zum Beispiel eine Linie vom Schulzentrum Kuhberg über den Ulmer Hauptbahnhof zur Wissenschaftsstadt. Die Verbindung Wissenschaftsstadt-Ludwigsfeld habe aber mit Abstand „den höchsten verkehrlichen Nutzen“. Dennoch schneidet diese Linie unter dem Strich schlechter ab als die anderen untersuchten Varianten – weil auch die Kosten höher sind. Da diese Strecke länger ist als die anderen, müssten zu den ohnehin nötigen weiteren Combinos noch zwei zusätzliche angeschafft werden. Für die Strecke Wissenschaftsstadt-Ludwigsfeld haben die Planer einen ersten Kosten-Nutzen-Faktor von 0,67 berechnet. Diese Zahl ist wichtig, weil sie über die Zuschussfähigkeit entscheidet: Erst ab einem Faktor von 1,0 gibt der Bund Geld.
 
Allerdings haben die Planer in ihrer ersten Untersuchung die geplanten Großprojekte Glacis-Galerie und Multifunktionshalle sowie die Bebauung des Bahndeckels noch nicht berücksichtigt. Die Straßenbahn-Befürworter unter den Stadträten hoffen deshalb auf bessere Zahlen in der anstehenden standardisierten Bewertung.
 

 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 04.02.2009 12:18 Uhr

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