Eine Straßenbahn für Neu-Ulm – das Thema wurde schon in den 70er Jahren diskutiert, als Neu-Ulm nach Osten wuchs. Dies führte zu Überlegungen, die neuen Stadtteile Pfuhl und Burlafingen per Straßenbahn zu erschließen. In den 90er Jahren rückte wegen der Neu-Ulmer Entwicklung im Süden eine Linie vom Oberen Eselsberg (Wissenschaftsstadt) durch beide Städte über Ludwigsfeld hinaus bis Wiblingen ins Blickfeld. Sie war eine Hauptachse im Fünf-Linien-Konzept, das 600 Millionen Mark teuer geworden wäre. Ein Bürgerentscheid in Ulm im Juli 1999 scheiterte zwar, weil die Straßenbahngegner das Quorum verfehlten. Da aber eine knappe Mehrheit gegen das Schienen-Großprojekt gestimmt hatte – 18 307 zu 17 514 Stimmen –, verabschiedeten sich OB Ivo Gönner und der Ulmer Rat davon. Damit war auch die Linie nach Neu-Ulm gestorben.