STROM / Auch im Südwesten erhebliche SparmöglichkeitenWas ein Wechsel bringt
Selbst Ökostrom ist meist günstiger als der örtliche VersorgerUm bis zu 10 Prozent sollen die Strompreise für Privathaushalte in den nächsten Wochen steigen. Doch es gibt einen Ausweg: Bis zu einem Viertel der Stromrechnung lassen sich in Baden-Württemberg durch den Wechsel des Anbieters sparen. Das geht einfach und risikolos.
DIETER KELLER
BERLIN "Jeder Wechsel lohnt sich", macht der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) Gerd Billen, den Privathaushalten Mut: An jedem Ort in Deutschland lässt sich Geld sparen durch den Wechsel vom örtlichen Stromversorger zu einem günstigeren Anbieter. In 90 Prozent der Fälle ist sogar Ökostrom billiger. Das zeigt ein Vergleich des VZVB für die 100 größten Städte in Deutschland.
Dabei hat er berücksichtigt, dass über 300 Versorger in den nächsten Wochen die Preise um durchschnittlich 8 bis 10 Prozent erhöhen wollen, in Extremfällen sogar um 25 Prozent. In Baden-Württemberg kann ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4430 Kilowattstunden ab 1. Januar 2008 bis zu 25 Prozent sparen. Der Extremfall ist Ulm, wo die örtlichen Stadtwerke 984 EUR verlangen, Yello Strom dagegen nur 738 EUR. Ökostrom der RWE-Tochter Eprimo kostet nur 867 EUR. Einige weitere Beispiele aus dem Schwabenland für den Grundversorger, die günstigste Alternative und den preiswertesten Ökostrom:
Reutlingen: Fairenergie 981 EUR; Stadtwerke Tübingen Spartarif Vario 836 EUR; Eprimo 885 EUR.
Stuttgart: ENBW 955 EUR; Nuon Deutschland 846 EUR; Eprimo 867 EUR.
Tübingen: Stadtwerke Tübingen 979 EUR; Stadtwerke Tübingen Spartarif Vario 836 EUR; Eprimo 867 EUR.
Villingen-Schwenningen: Stadtwerke Villingen-Schwenningen 951 EUR; Stadtwerke Ludwigsburg 848 EUR; Eprimo 867 EUR.
Nicht berücksichtigt sind dabei Anbieter, die Vorauskasse verlangen, weil dann die Kunden das Risiko tragen, wenn diese Pleite machen. Eingerechnet ist dagegen der Bonus, mit dem einige locken, meist allerdings nur im ersten Jahr.
Seit August hat nach einer Umfrage des VZBV jeder zehnte Haushalt seinen Stromanbieter gewechselt. Billen hofft, durch eine groß angelegte Kampagne bis zu 1 Mio. zusätzliche Wechsler zu gewinnen. Dies geht einfach und risikolos: Es muss nur ein Vertrag mit dem neuen Anbieter geschlossen werden. Dieser kümmert sich um die Kündigung und alles weitere. Allerdings müssen Kündigungsfristen beachtet werden, wobei es bei Preiserhöhungen häufig ein Sonderkündigungsrecht gibt. Der Wechsel ist kostenlos und ohne technische Änderungen möglich. Der Stromzähler wird also nicht ausgetauscht, sondern nur abgelesen. Sollte der neue Anbieter Pleite machen, gibt es kein Risiko, im Dunkeln zu sitzen: Der örtliche Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, dann die Stromversorgung zu übernehmen.
Einfache Spartricks
Auch durch einfache Spartricks lassen sich nach Berechnungen des VZBV mindestens 60 EUR im Jahr sparen: Wer das Stand-by beim Fernseher konsequent ausschaltet, spart etwa 15 EUR im Jahr. Der Ersatz von 6 konventionellen 60-Watt-Glühbirnen durch 11-Watt-Energiesparlampen bringt 26 EUR. Zweimal pro Woche Handtücher und Bettwäsche bei 40 statt bei 60 Grad waschen bringt 10 EUR. 6 Minuten Föhnen der Haare pro Tag sparen 13 EUR. Noch größer ist der Effekt beim Einbau einer sparsamen Umweltpumpe in der Gas- oder Ölheizung, die 90 bis 240 EUR pro Jahr einspart.
ONLINE-INFO
http://www.verbraucherzentrale . de
Stromvergleich online unter anderem bei: http://www.verivox.de ; http://www.stromtarife.de ; http://www.stromauskunft.de ; http://www.billig-strom.de ; http://www.tarifvergleich.de .
Erscheinungsdatum: Dienstag 04.12.2007
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