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MarGARETE STEIFF/ Plüschtierhersteller mit deutlichem Wachstum
Mit Eisbär Flocke in die Kinderherzen

Der Plüschtierhersteller Margarete Steiff ist auch dank der Hilfe des Eisbären Knut im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Geschäftsführer Martin Frechen will vor allem den Kinderbereich ausbauen und Steiff als Marke rund ums Kinderzimmer positionieren.

ALEXANDER BÖGELEIN

GIENGEN  das kleine Eisbärenmädchen Flocke kommt dem Giengener Plüschtierhersteller Margarete Steiff wie gerufen. Denn das inzwischen 65 Zentimeter große und 5,7 Kilogramm schwere Knäuel weckt ähnliche Gefühle, wie es der mittlerweile herangewachsene Eisbär Knut im Berliner Zoo getan hat. Knut in Plüsch war die meistverkaufte Figur des Giengener Traditionsunternehmen im Jahr 2007. Mehr als 100 000 mal ging sie über die Ladentheke. "Und noch immer hält die Nachfrage an", sagt Steiff-Geschäftsführer Martin Frechen.
 
Die beiden Eisbärkinder Knut und Flocke passen seiner Einschätzung nach gut zu Steiff, weil ihr Lebensweg die Geschichte von Freundschaft, Liebe und Zuneigung ihrer Pfleger erzählt. Diese Werte will auch Frechen mit der Marke Steiff vermitteln. Daher hat er nun auch mit dem Nürnberger Zoo einen Lizenzvertrag abgeschlossen.
 
Die Entwicklung im vergangenen Jahr hat Frechen in seiner Überzeugung bestärkt, dass das angestrebte Wachstum für das Giengener Unternehmen aus dem Kinderbereich kommt. Der Umsatz legte fast im zweistelligen Prozentbereich zu. Die Erlöse, die das Unternehmen nicht beziffert, dürften damit zwischen 40 Mio. EUR und 45 Mio. EUR liegen. Davon entfällt auf den Sammlerbereich immer noch knapp die Hälfte des Umsatzes.
 
Frechen kann damit die ersten Früchte der Neuausrichtung ernten. Als er vor zwei Jahren an die Spitze des angeschlagenen Traditionsunternehmens rückte, besetzte er die Preislage zwischen 30 EUR und 80 EUR. Doch dazu mussten zuerst Kosten gesenkt werden: durch verbesserte Abläufe in Einkauf und Logistik sowie die so genannte Gleichteileverwendung. Keinen Hehl macht er daraus, dass sich Steiff auch mit einer geringeren Spanne zufrieden geben muss. "Das Wichtigste ist es, zu fragen, was der Markt will", sagt Frechen und verweist auf einen mittelgroßen Löwen, der in gleicher Qualität statt früher 140 EUR nun 79 EUR kostet. Damit wurde Steiff für mehr Verbraucher wieder bezahlbar. Allerdings hält nach dem Einbruch auf dem deutschen Plüschmarkt der Trend zu Billigware an. Die großen Mengen werden für Stückpreise unter 10 EUR verkauft. Preise über 30 EUR zu erzielen, schaffe in Deutschland nur Steiff.
 
Mit Hochdruck arbeitet Frechen daher daran, alternative Vertriebsformen aufzubauen. "Starke Marken gestalten ihren Vertrieb mit", sagt er. Was er damit meint, zeigt sich an dem neuen Steiff-Markenshop in den Räumen des Kinderausstatters Korb Mayer in Stuttgart, in denen Steiff sich in erster Linie als Kindermodenanbieter präsentiert. Frechen will die Marke auf andere Sortimente übertragen, auf diese Weise mehr Kundenfrequenz auf die Handelsfläche bringen und Steiff als Lifestylemarke fürs Kinderzimmer positionieren.
 
Die Ausweitung des Sortiments hatten Frechens Vorgänger schon einmal versucht. Doch damals habe die Qualität der Schuhe und Brillen nicht gestimmt. Es reiche nicht aus, einfach das Steiff-Logo auf andere Waren zu kleben. Jedes neue Produkt müsse seine Berechtigung haben und den hohen Steiff-Ansprüchen genügen, betonte er.
 
Fürs 2008 ist Frechen zuversichtlich. Investieren will er in den Vertrieb und die Produktionsmöglichkeiten aufstocken, auch in Giengen. Dort beschäftigt die Margarete Steiff GmbH rund 300 Mitarbeiter.
 




Erscheinungsdatum: Freitag 08.02.2008

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