Hinweise auf Gefahr rechtfertigen Vorsorge Vortrag: Risiken der Mobilfunkstrahlung
In ihrem Vortrag beleuchtete Heike-Solweig Bleuel mögliche Risiken von Handys und gab Tipps für einen vernünftigen Umgang mit Mobiltelefonen.
RALF OTT
Dapfen Der Stellenwert des Handys als allzeit bereites Kommunikationsmittel und Unterhaltungsmedium ist vor allem bei Jugendlichen ungebrochen. Zugleich verdichten sich die Hinweise auf gesundheitliche Folgewirkungen. Zwar gibt es dafür nach den Worten der Tübinger Diplom-Biologin Heike-Solweig Bleuel "keine Beweise", das sei jedoch kein Grund zur Entwarnung. "Der Mensch ist sehr flexibel und belastbar", sagte sie und verwies auf Kopfschmerzen, die oft erst nach einem stressigen Arbeitstag auftreten. Menschliche Reaktionen seien immer individuell, daher ließe sich die von der Wissenschaft geforderte Wiederholbarkeit von Untersuchungen als Voraussetzung für einen Beweis nicht durchführen. Entscheidend seien zahllose Hinweise auf Gefahren. So fordere die EU in solchen Fällen die Anwendung des Vorsorgeprinzips.
Die von Handys abgegebene Strahlung liegt im Mikrowellenbereich. So wie das Mikrowellengerät in der Küche die Wassermoleküle im Essen erhitzt, erwärmt die Handystrahlung Körperzellen. Um den Körper zu schützen, gilt ein Grenzwert von zwei Watt pro Kilogramm Gewicht. Zugrunde liegt die Annahme eines zweiminütigen Telefonats von Erwachsenen. "Es gibt keine speziellen Regelungen zum Schutz der Kinder", klagte Bleuel, "obwohl bekannt ist, dass zum Beispiel deren Schädelknochen dünner und damit durchlässiger sind". So warnen Bundesärztekammer und das Bundesamt für Strahlenschutz Kinder und Jugendliche vor dem regelmäßigem Gebrauch des Handys. "Allein in Deutschland werden jährlich 40 Milliarden SMS verschickt", so Bleuel. Neue Technologien wie UMTS sollen die Nutzung weiter ankurbeln, indem Dienste wie Pizzaservice, Filme oder andere Unterhaltungsangebote heruntergeladen werden können. Problematisch ist die "Pulsung" mit einer Frequenz von 217 Hertz. "Dies erzeugt Resonanzeffekte auf das Gehirn", so Bleuel. Auch das DECT-Telefon oder der WLAN-Anschluss des PC arbeiten mit hochfrequenter, gepulster Strahlung. Ihr Rat zum Abschluss: Das Handy möglichst oft abschalten und auf ein modernes DECT-Telefon umsteigen, das nur funkt, wenn es benutzt wird.
Erscheinungsdatum: Donnerstag 13.11.2008
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