"Nicht gekauft, um zu schließen"
Mohr-Präzisionstechnik wird von hessischer KAP AG übernommen

Zum Ende des Jahres wird die Mohr-Gruppe, zu der auch die Ehinger Firma gehört, von der KAP Beteiligungs-AG in Stadtallendorf übernommen.

RAINER SCHÄFFOLD

Ehingen  Die Mitarbeiter der Firma Mohr Präzisionstechnik in Ehingen sind noch nicht informiert worden. Tatsache ist aber, dass die Mohr-Gruppe im badischen Karlsbad, zu der auch Ehingen gehört, zum Jahresende von der KAP Beteiligungs-AG im hessischen Stadtallendorf übernommen wird. Dies meldet KAP im Internet, Finanzvorstand Ulrich Göth bestätigte die Übernahme. Sie werde einen "Transaktionswert" von 15 bis 18 Millionen Euro haben.
 
Die 100 Arbeitsplätze in Ehingen - 80 in der Kunststoff- und 20 in der Metallsparte - seien durch die Übernahme nicht gefährdet. "Wir haben nicht gekauft, um hinterher alles zu schließen", sagt Göth. Arbeitsplatzgarantien mag er allerdings keine geben: "Was in paar Monaten sein wird, das weiß heute noch niemand." Sollte etwa die Autoindustrie nur noch zu 50 Prozent produzieren, "wäre es gelogen zu sagen, es betrifft uns nicht".
 
Zusammen mit der Firma Geiger Fertigungstechnologie in Pretzfeld (Oberfranken), die KAP bereits Anfang des Jahres übernommen hat, soll Mohr in die neu gegründete Firma GM Tec Industries Holding GmbH einfließen. "Wir wollen die Stärken aus jedem der beiden Unternehmen einbringen", sagt Göth. Bei der Mohr-Gruppe seien dies die verschiedenen Technologien, die interessant seien.
 
Mit rund 60 Millionen Euro werde die Mohr-Gruppe 2008 ein Positives "ebit" (Ergebnis vor Steuern) erwirtschaften. Insgesamt beschäftigt Mohr laut KAP-Mitteilung rund 700 Mitarbeiter im In- und Ausland. In Ungarn befindet sich eine Produktionsstätte, in Weißrussland ein Zulieferbetrieb.
 




Erscheinungsdatum: Samstag 29.11.2008

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