Funkmast: Anwohner lassen nicht locker
Unterschriftensammlung und InfoabendDie Anwohner ums Polizeirevier Ehingen geben nicht auf. Sie sammeln Unterschriften gegen den Sendemasten und gehen an die Öffentlichkeit.
ANDREAS HACKER
Ehingen Der Ton ist höflich, die Entschiedenheit aber groß. Mit einer förmlichen Einladung an die für das Baurecht zuständige Ulrike Baur bittet Anita Böckheler als betroffene Anliegerin, dass die Stadt am kommenden Freitag "mindestens einen Entscheidungsträger" in die Versammlung entsendet, in der es um den neuen Masten für den digitalen Polizeifunk geht, der seit Ende Juni beim Revier in der Panoramastraße steht. Nachdem die Anwohner seit Jahresbeginn auf eine Informationsveranstaltung warten, von der Stadt aber nichts in die Wege geleitet worden sei, tun das die Betroffenen selbst. Am 10. Juli geht es um 19.30 Uhr in der Gaststätte "Wolfert" um das Vorhaben, das seit seinem Bekanntwerden durch die SÜDWEST PRESSE die Menschen beunruhigt. Dabei sollen auch die Polizei als Bauherr und die Stadt zu Wort kommen, die - wie berichtet - die Baugenehmigung erteilt hat. Außerdem informiert der Baubiologe Erwin Dreher aus Obermarchtal.
"Wir lassen nicht locker", sagte gestern Uwe Müller, der als Nachbar Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt hat. "Wir machen weiter und ziehen alle Register, die in unserer Macht stehen." Nach seinen Angaben sind die Menschen auch erbost darüber, dass sie von der Stadt praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Wie berichtet, wurden nur zwei unmittelbare Angrenzer im Genehmigungsverfahren beteiligt, alle anderen fühlen sich übergangen. Was Müller besonders ärgert, ist das Ausblenden von Alternativen - schon in einem ersten Gespräch mit der Polizei und dem für den Aufbau des digitalen Funks zuständigen Regionalteams sei der Hinweis auf den bereits bestehenden Funkmast am Stadion gekommen.
Die Unterschriftensammlung "Für ein schönes und strahlungsarmes Wohngebiet", die seit diesen Tagen läuft, stößt nach Angaben der Betroffenen im Wohngebiet auf Zustimmung. Ein weiteres Informationsblatt soll folgen.
"Warum versteckt sich die Stadt hinter der Bundesimmissionsschutzverordnung?", fragt Anita Böckheler. Unabhängig von darin geregelten Mindestabständen und Strahlungsgrenzwerten gebe aus ausreichend Hinweise auf weitreichend gesundheitliche Auswirkungen durch gepulste Felder.
Erscheinungsdatum: Samstag 04.07.2009
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