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Ein Österreicher kocht schwäbisch
Regio-TV startet heute mit Wolfgang Hell aus Hausen "Mei Ländle"

Küchenmeister Wolfgang Hell aus Hausen kommt heute Abend im Fernsehen. In der ersten Folge der Sendereihe "Mei Ländle" bringt er auf Regio-TV einen Zickleinbraten aus dem Goißatäle auf den Tisch.

JUTTA HELL

Hausen  Große Aufregung herrschte vor einigen Wochen im Hause Hell im Bad Überkinger Teilort Hausen. Schuld daran war ein Anruf von Ingrid Horn: Die Leiterin des Geislinger Hauses der Familie fragte an, ob ihr Kochclub-Leiter Wolfgang Hell vielleicht Interesse habe, für die erste Folge der Sendereihe "Mei Ländle" (heute Abend ab 18 Uhr mehrmals im Kabelfernsehen und im Internet auf Regio-TV) "etwas Regionales" zu kochen, mit Produkten von der Schwäbischen Alb.
 
Dagegen hatte Hell (40), der als Küchenmeister bei Daimler in Sindelfingen arbeitet, grundsätzlich nichts einzuwenden - wenn da nicht seine Herkunft wäre. Ein Österreicher, der kulinarisch die Schwäbische Alb vertritt? Geht das denn? Es geht! Thomas Aberle, Redakteur und Programmchef bei Regio-TV Stuttgart, hatte überhaupt kein Problem damit, solange das Rezept und die Zutaten aus der Region kamen. Die passenden Lieferanten fand Hell in Guido Jakob, der in Mühlhausen Ziegen und Heidschnucken züchtet, und in Emil Heller, der den feinen Most aus seinem Keller stiftete. Passend zum Goißatäle sollte nämlich geschmorter Zickleinbraten mit Mostsoße, Schupfnudeln und Rahmwirsing auf den Tisch kommen.
 
Schon zwei Wochen vor dem Aufnahmetermin rückte Produktionsleiter Michele Feresin mit Regisseur Dirk Müller an, um Küche und Umgebung auf ihre Filmtauglichkeit zu prüfen. Am Drehtag selbst fuhr Moderatorin Sandra Meffle, eine gebürtige Westerheimerin, zusammen mit dem Aufnahmeteam dann erst einmal nach Mühlhausen, um dort das Fleisch für den Braten abzuholen. In Hausen blieb zunächst alles ganz ruhig. Um 15 Uhr trafen Redakteur Aberle und sein Beleuchter Alexander Rose ein - aber nur, um sogleich wieder aufzubrechen. Von den Felsen bei Oberböhringen filmten sie, wie die Moderatorin mit der restlichen Crew in den Hausener Brunnenwiesen eintraf.
 
Alsbald wuselte es im ganzen Haus wie in einem Ameisenhaufen. Kameras, Kabelrollen, Lampen, dazu das siebenköpfige Fernsehteam - da blieb kaum noch Platz für das Publikum in Gestalt der Familie. "Drei, zwei, eins, los", rief Produktionschef Feresin, nachdem Praktikantin Anne Fink ihren Part mit der Klappe erledigt hatte, und schon ging es los. Manche Szene fiel allerdings den sonnigen Gemütern der Fernsehleute zum Opfer: Wolfgang soll mit Sandra durch die Wohnungstür kommen. Der Produktionschef gibt das Zeichen zum Start, hält aber gleichzeitig von innen die Tür zu. Vergeblich ziehen und rütteln die "Stars" an der Klinke. Klappe - die Nächste! Beim Kochen ist der Spaß aber vorbei, schließlich stehen Fleisch und Gemüse nicht endlos zur Verfügung. "Das ist jetzt super-super-wichtig, wir haben nur ein Take", kündigt Feresin mit sympathisch italienischem Akzent an.
 
Erst gegen 20 Uhr ist ein Ende in Sicht und es heißt: "Sobald das erste Stück Fleisch auf dem Teller ist - break! Wo machen wir die Abmoderation?"
 




Erscheinungsdatum: Donnerstag 09.10.2008

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