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Klammer für Neo-Nazis
"Hilfsorganisation" für Straftäter tagt im Main-Tauber-Kreis

Rund 100 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet versammelten sich kürzlich in Großrinderfeld (Main-Tauber-Kreis) bei einer Tagung der "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene" (HNG).

HARALD ZIGAN

Großrinderfeld  Die vor knapp 30 Jahren gegründete "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG) zählt zu den einflussreichsten Gruppierungen der rechtsextremen Szene, wo es durchaus zum "guten Ton" zählt, auf der Mitgliederliste der HNG zu stehen.
 
Zudem besitzt die Organisation nach Einschätzung des Verfassungsschutzes "für die rund 550 Mitglieder - überwiegend aus der zersplitterten Neonazi-Szene - die Funktion einer Klammer, die einen gewissen Zusammenhalt der Szene sichert".
 

Die HNG kümmert sich in ihrer hauptsächlich durch Spenden finanzierten Arbeit zum Beispiel nicht nur um verurteilte Holocaust-Leugner, sondern auch um inhaftierte Mörder, Totschläger und andere Gewalttäter. Aber auch NS-Kriegsverbrecher wie Erich Priebke oder Hildegard Lächert, einst Aufseherin im KZ Majdanek, zählen zur "Kundschaft" der HNG.
 
Die Organisation vermittelt über ihre Publikation "Nachrichten der HNG" nicht nur Briefkontakte in den Knast, sondern auch den Eindruck, dass die inhaftierten Gesinnungsgenossen Opfer einer staatlichen Unterdrückung seien - und deshalb als "politische Gefangene" definiert werden.
 
Bei der Hauptversammlung der HNG in einer Gastwirtschaft im Großrinderfelder Teilort Schönfeld wurde die bisherige Vorsitzende Ursula Müller in ihrem Amt bestätigt. Sie zählt zu den bekanntesten Figuren der Szene: Ihr Domizil in der Nähe von Mainz war über Jahrzehnte hinweg ein beliebter Treffpunkt für Neonazis aller Art. Wes Geistes Kind die 74-Jährige ist, zeigt sie gerne auch durch die Blume: In ihrem Garten hat sie ein Beet in der Form eines Hakenkreuzes angelegt.
 
Bei der Tagung in Großrinderfeld gaben sich auch Neonazi-Größen wie der Hamburger NDP-Chef Jürgen Rieger ein Stelldichein. Auf der Rednerliste stand auch der österreichische Neo-Nazi Andreas Thierry, der in Hohenberg residiert.
 




Erscheinungsdatum: Donnerstag 08.05.2008

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