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Jasmin Schick sprintet barfuß zum Titel der Schäferkönigin

"Ich bin einfach losgerannt und habe alles gegeben", sagte die 18-jährige Owingerin Jamin Schick, nachdem sie zum zweiten Mal nach 2006 den berühmten Schäferlauf in Markgröningen gewonnen hatte.

CAROLA LENSKI MICHAELA GLEMSER

Owingen/Markgröningen  4000 Zuschauer waren am Samstag zum ältesten Brauchtumsfest im Südwesten nach Markgröningen gekommen und verfolgten die beliebten Wettspiele des Schäferlauffestes. Die schnellste Frau beim berühmten 300-Schritt-Barfußlauf übers Stoppelfeld war dieselbe wie schon vor zwei Jahren: die Schäfertochter Jasmin Schick aus Owingen, mittlerweile 18 Jahre alt.
 
2006 war Jasmin Schick zum erstenmal zur Markgröninger Schäferkönigin gekrönt worden, im vergangenen musste sie sich - gehandicapt durch die Folgen einer Fuß-operation mit Rang drei begnügen, am Samstag nun holte sie sich die Schäferkrone zurück.
 
Nachdem es am Sanstagvormittag noch geregnet hatte, begleitete Sonnenschein die Schäfer und Schäfermädchen im Festzug zum Stoppelfeld. Nach der Begrüßung der Ehrengäste, darunter Annemarie Griesinger, ehemalige Sozialministerin und Ehrenbürgerin der Stadt Markgröningen, startete der Lauf der Schäfer und Schäfermädchen über das Stoppelfeld, der in diesem Jahr erstmals wieder mit Musik von historischen Instrumenten - zwei Sackpfeifen und einer Violine - begleitet wurde.
 
Die 18 Jahre alte Jasmin Schick, die für den Lauf nicht trainiert hatte, entschied das Rennen - begleitet von den anfeuernden Zurufen des Publikums - eindeutig für sich. Gerannt wurde barfuß und in der typischen Tracht der Schäferinnen mit weitem Rock und roter Schürze. Traditionsgemäß ging es über eine Strecke von 300 Schritt beziehungsweise 150 Meter über ein Stoppelfeld.
 
Anders als im vergangenen Jahr war die Owinger Schäfertochter diesmal richtig fit. Und die äußeren Bedingungen empfand sie als optimal. Am Vormittag hatte es geregnet, und so war der Boden weich. Unter bewölktem Himmel war es auch nicht zu heiß zum Sprinten. Beim Barfußlauf über das Stoppelfeld ließ sie alle 14 Konkurrentinnen hinter sich. Freudestrahlend ließ sich Jasmin Schick die Krone aufsetzen und nahm als Siegprämie ein Schaf in Empfang. Mit der Kutsche fuhr sie dann zusammen mit dem 16-jährigen Schäferkönig Andreas Erhardt aus Stödtlen im Ostalbkreis im Umzug zum Rathaus. Dort tanzte sie mit Landrat Dr. Rainer Haas, bevor es zum Essen mit den Veranstaltern und hochrangigen Gästen ging.
 
Kommentar der Schäferkönigin: "Ich bin einfach losgerannt und habe alles gegeben. Geübt habe ich vorher nicht, aber ich spiele Fußball. Vielleicht hat das etwas geholfen. Schmerzen verspüre ich überhaupt nicht." Nach einem Studium der Agrarwirtschaft will Jasmin Schick selbst den Schäferberuf ergreifen.
 




Erscheinungsdatum: Montag 25.08.2008

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