Auftrag zum Fällen ist storniert
Schutzwürdigkeit der Beurener Linden wird jetzt geprüftDer Auftrag zum Fällen der beiden Beurener Friedhofslinden ist bereits erteilt worden. Jetzt wurde er storniert. Aber nur vorläufig. Die Stadt prüft, ob ein Verfahren zur Unterschutzstellung eingeleitet wird.
ERNST KLETT
Beuren Großes Aufatmen bei den Baumfreunden in Beuren und anderswo. Offenkundig in letzter Minute ist das Linden-Duo am Ortseingang vom Tod durch Fällen verschont worden. Beim Betriebshof der Stadt war der Auftrag nach dem erneuten Mehrheitsbeschluss im Ortschaftsrat vom Dienstag dieser Woche durch die Ortschaftsverwaltung bereits erteilt worden. Jetzt ist er vorläufig storniert.
Möglich gemacht hat diese neuerliche Wendung der Eilantrag des Beureners Joachim Walter. Wie am Freitag bereits berichtet, hat der Nachbar der beiden Bäume bei der Stadt einen Eilantrag auf Unterschutzstellung der beiden Hundertjährigen gestellt. Dieses Papier setzt nun die Verwaltungsmaschinerie in Gang, und während dieser Zeit darf selbstredend nicht zur Motorsäge gegriffen werden.
Die Stadt Hechingen sei durch den Eilantrag als Untere Verwaltungsbehörde gefordert, bestätigte am Freitag Bürgermeister Jürgen Weber. Dies falle in den Bereich der staatlichen Aufgaben, welche die Stadtverwaltung zu erfüllen hat. Der Hechinger Verwaltungschef hat nun eine so genannte Vorprüfung in Auftrag gegeben. "Deren Ergebnis kann sein, dass ein Verfahren zur Unterschutzstellung der Linden eingeleitet wird oder auch nicht", unterstreicht Weber in einer Pressemitteilung.
Am Beschluss des Ortschaftsrates Beuren selbst will das Stadtoberhaupt aber nicht rütteln. Das Gremium habe sich "wiederholt und sehr ausgiebig mit der Thematik befasst und entschieden, die beiden Friedhofslinden fällen zu lassen", bestätigt Jürgen Weber. Damit wiederum ist für ihn der politische Meinungsbildungsprozess auf örtlicher Ebene abgeschlossen. Der Bürgermeister ganz deutlich: "Es ist nicht geboten, diesem Beschluss zu widersprechen". Im Gegenteil müsse der vom Ortschaftsrat, der aus örtlich gewählten Volksvertretern besteht, mit klarer Mehrheit postulierte Wille respektiert werden.
Am Votum des Beurener StadtteilGremiums erregt sich nicht nur ein nicht geringer Teil der Einwohnerschaft. Auch die Hechinger Nabu-Gruppe hat sich am Donnerstag in den Linden-Streit eingeschaltet. Verlangt wird ebenfalls, die beiden Bäume als Naturdenkmal einstufen zu lassen. Die Voraussetzungen würden die Bäume ohne weiteres erfüllen, meint man beim Nabu. Als da wären Schönheit, Alter und exponierter Standort.
Erscheinungsdatum: Samstag 16.02.2008
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