TIERE / In Regglisweiler werden bereits sieben Tiere vermisstKatzenfänger am Werk?
An einen Unfall glauben die wenigstenSind kriminelle Tierfänger am Werk? Gibt es Katzenhasser in Regglisweiler? Oder wurden die geliebten Vierbeiner Opfer eines Unfalles? Fest steht: Auf mysteriöse Weise verschwinden in dem Dietenheim Ortsteil Katzen. Mittlerweile werden sieben Tiere vermisst.
DIETER GRÄTER
REGGLISWEILER "Sie hat sich nie weit vom Haus entfernt", sagt Agnes Greck und meint ihr Kätzchen. Von dem Tier fehlt seit Wochen jede Spur. Zu Hause bei Tochter Christine sei das Kätzchen sehr zutraulich, gegenüber Fremden aber stets misstrauisch gewesen, erzählt Agnes Greck. Der schwarze Kater mit seinen vier weißen Pfoten und dem weißen Bäuchlein fehlt der ganzen Familie. Auch dem Familienoberhaupt Klaus Greck, dessen kriminalistischen Fähigkeiten als Polizeibeamter bei der Suche keinen Erfolg hatten. Eines Morgens verschwand der Kater und ward nicht mehr gesehen.
Sowohl beim Polizeiposten Dietenheim als auch im Bürgerhaus in Regglisweiler, wo die Verwaltungsfachangestellte Christina Ruess inzwischen sieben vermisste Katzen notiert hat, gingen bisher keine Hinweise auf die im Umkreis der Brandenburger Straße verschwundenen Tiere ein. Die Katzen sind keinem Unfall zum Opfer gefallen: Davon ist Bärbel Reiter überzeugt, deren schwarz getigerter Kater mit weißem Bauch stets pünktlich jeden Morgen von seinen nächtlichen "Spaziergängen" zurückkam. "Wäre er überfahren worden, hätten wir ihn gefunden, denn wir haben das ganze Dorf abgesucht", sagt die Katzenliebhaberin. Im Ort ist das Verschwinden der Katzen ein heiß diskutiertes Thema. Dabei machen auch nicht ganz seriöse Vermutungen die Runde. "Ob die ein Jäger erschossen hat?" wird hinterfragt. Andere glauben, dass ein Fuchs auf die Katzen scharf gewesen sein könnte.
"Beides ist Unsinn", stellt Hariolf Schneider klar, Forstmeister im Ruhestand. Er verweist zwar darauf, dass Katzen, die mehr als 300 Meter vom Ort entfernt, oder direkt im Wald angetroffen werden, erschossen werden dürfen. "Aus Jux und Dollerei macht aber kein Jäger von der Schusswaffe Gebrauch", ist Schneider überzeugt. Wie der Fachmann zu berichten weiß, jagen auch Füchse keine Katzen. "Da käme schon eher ein Habicht in Frage, die aber nur noch selten in unserer Gegend angetroffen werden", erläutert der Förster.
Was im Dorf bei allen Diskussionen übrig bleibt, ist der Verdacht, dass kriminelle Tierfänger am Werk waren. Ein Blick auf die Fachseite im Internet http://www.tierdiebstahl-in-deutschland.de ) lässt denn auch diesen Schluss zu. Besonders raffiniert und unauffällig sei die Methode, wonach Tiere unter dem Fänger-Fahrzeug mit Duftstoffen angelockt und dann durch eine Bodenklappe ins Innere des Fahrzeugs gefangen werden.
Genau beobachten
Die Fachleute geben auch nützliche Hinweise für besorgte Menschen, die ihren Hund oder ihre Katze vermissen. Obwohl es kriminelle Tierfänger in der Tat gebe, komme es häufig vor, dass Katzen aufgrund ihrer Neugierde durch offen stehende Türen und Fenster schlüpften. Nicht selten passiere es dann, dass die Tiere versehentlich eingesperrt werden. Grundsätzlich solle nach dem Verschwinden einer Katze im Tierheim nachgefragt- und: Drei Wochen nach dem Verschwinden raten die Experten dazu, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen. "Sie ist verpflichtet, jede Anzeige entgegenzunehmen und zu bearbeiten", lautet der Hinweis.
In Regglisweiler fordern die betroffenen Familien momentan nichts anderes als vorsichtige Beobachtungen durch die Bevölkerung. Sie raten auch dazu, Haustiere nachts nicht herum streunen lassen zu lassen und alle verdächtigen Fahrzeuge mit ortsfremden Kennzeichen zu beobachten und die Nummern zu notieren.
Erscheinungsdatum: Samstag 01.12.2007
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