SÜDWEST AKTIV > Dietenheim > Illertalbote
Ihre Ansprechpartner Impressum
Anmeldung für...
SÜDWEST PRESSE - Illertal Bote - Mitglied im SÜDWEST PRESSE Verbund

Artikel per E-Mail versenden Artikel drucken Schrift größer Schrift kleiner


Das Münster und Oberbalzheim 15 Kinder informieren sich bei Führung

Balzheim und das Ulmer Münster haben gemeinsame Berührungspunkte. Das erfuhren 15 Kinder bei einer Führung im Ferienprogramm.

Balzheim  15 Balzheimer Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren haben sich im Rahmen des örtlichen Sommerferienprogramms das Ulmer Münster innen und außen eingehend angeschaut. Diesen Programmpunkt der Evangelischen Kirchengemeinde Balzheim organisierte und führte der Balzheimer Historiker und Kirchengemeinderat Harald Kächler durch, begleitet von seiner Ratskollegin Heidrun Adolf und Anita Losch.
 
Mit dem Zug fuhr die Gruppe von Illertissen nach Ulm und spazierte zum Ulmer Münster, wo Kächler den Kindern die Dimensionen und die Baugeschichte der höchsten Kirche erläuterte. Am Beispiel des Westportals und der Besserer-Kapelle wurde den Balzheimer Kindern bewusst, dass die Reliefs und Glasfensterbilder eine "biblia pauperum", eine Bibel für die Armen waren, die nicht lesen und schreiben konnten. In Bezug auf die dargestellten biblischen Geschichten offenbarten die Mädchen und Jungen erstaunliches Hintergrundwissen. Eine Überraschung für Kinder und Erwachsene waren wohl die starken und unübersehbaren Bezüge zwischen dem Münster und der Heimatgemeinde Balzheim. Am Relief der Grundsteinlegung des Jahres 1377 erklärte Harald Kächler, dass der dort dargestellte Ulmer Bürgermeister Lutz Kraft zugleich auch Herr von Balzheim und Sinningen war. Als die Kinder das Wappen der Ehefrau Lutz Krafts erblickten, entfuhr ihnen spontan: "Das ist doch das Wappen der Stiftung Oberbalzheim!" Tatsächlich sind dort die gekreuzten Heuhaken der Patrizierfamilie Ehinger zu sehen.
 
Weitere Parallelen zu Balzheim erkannten die Kinder in den Totenschildern der bedeutendsten Ulmer Geschlechter - der Ehinger, Besserer, Kraft, Schad und Baldinger - sowie an den massiven Opferkästen, Almosenstöcke genannt, wie sie auch in den beiden Balzheimer Kirchen zu finden sind.
 
Außerdem erläuterte Kächler den Kindern auch den klassischen Aufbau eines Altars und dessen häufiges Bildprogramm (Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung). Natürlich durfte auch die Sage vom Ulmer Spatz nicht fehlen. hk
 




Erscheinungsdatum: Freitag 28.08.2009

zurück zurück zur Ressort-Übersicht