Rad fahren und Gutes tun
Unterstützung der Mukoviszidose-Ambulanz beim "Bikers Day"Zum 25-jährigen Jubiläum engagieren sich die Mitarbeiter der Firma Datagroup für 25 soziale Projekte - so auch in Pliezhausen-Gniebel. Dort laden sie zu einem Spenden-Familien-Rad-Nachmittag ein.
NORBERT LEISTER
Gniebel Mukoviszidose ist nicht nur eine äußerst lebensbedrohliche, sondern auch eine höchst unangenehme Krankheit: "Da müssen sich die Patienten und auch die Eltern äußerst diszipliniert verhalten", erläutert Torsten Weikert. Der Geschäftspartner der Gniebeler Firma Datagroup muss es wissen - sein Sohn plagt sich mit dieser Art der Stoffwechselkrankheit. "Ein Kind unter 2500 hat Mukoviszidose", erläutert Dr. Joachim Riethmüller bei einem Pressegespräch im Stammsitz der Gniebeler IT-Firma Datagroup.
Mukoviszidose-Patienten leiden unter einer chronischen Keimbesiedlung der Lunge, sie können die Nahrung nicht richtig verdauen und müssen deshalb rund 50 Prozent mehr essen als andere Kinder, erläutert Riethmüller als Arzt der Tübinger Universitäts-Kinderklinik. Seinen Worten nach konnte die Situation der Patienten durch die intensive Forschung, verbesserte Ernährung, durch Physiotherapie und Sport deutlich verbessert werden. Und: Heute werden Mukoviszidose-Kranke durchschnittlich über 40 Jahre alt, noch vor wenigen Jahrzehnten erreichten viele nicht einmal das 14. Lebensjahr.
Das Schicksal von Torsten Weikerts Sohn war der Anstoß für einige Mitarbeiter des Gniebeler Unternehmens Datagroup, um sich für den "Mukoviszidose e.V. Reutlingen-Tübingen-Zollernalb" zu engagieren und ihm einen möglichst hohen Betrag zu überweisen. Denn: Geld werde dringend benötigt. "Die Selbsthilfegruppe ist nach und nach in die Finanzprobleme der Kinderklinik gezogen worden", sagt Vereinsmitglied Claudia Cless. So werde etwa ein psychosozialer Mitarbeiter in der Ambulanz komplett über Spendengelder bezahlt.
Doch das Finanzielle ist nur die eine Seite: "Um Verständnis für die Patienten zu wecken, muss noch mehr über das Krankheitsbild bekannt werden", sagt Cless. Solche Veranstaltungen wie der "Bikers Day" seien deshalb besonders wichtig.
Zum 25-jährigen Bestehen des Gniebeler IT-Unternehmens haben Beschäftigte überlegt, dass sie sich in 25 verschiedenen sozialen Projekten engagieren wollen. Und zwar nicht nur am Stammsitz in Gniebel, sondern auch an allen anderen Standorten der Filialen im Bundesgebiet. "Die Erfahrungen der Mitarbeiter bei diesem sozialen Engagement sind unbeschreiblich wertvoll", erläutert Unternehmenskommunikatorin Sabine Muth. Beispielsweise hatten IT-Spezialisten in Reutlingen im "Kaffeehäusle" eine Internetschulung für Menschen mit Behinderungen durchgeführt.
Der "Bikers Day" ist ein weiteres dieser 25 Projekte: Am Sonntag, 20. September, lädt die Firma vor allem Familien zu ihrem Unternehmenssitz in der Wilhelm-Schickard-Straße 7 in Gniebel ein. Dort erwartet sie ein breit gefächertes Kinderprogramm, Essen und Trinken und eben - eine Radtour, die 25 Kilometer lang ist. Zu anstrengend wirds nicht werden, es gibt kaum Steigungen, dafür Verpflegungsstationen unterwegs. Das Startgeld beträgt fünf Euro pro Person, Kinder unter 12 Jahren sind frei. "Der Startschuss fällt um 12. 30 Uhr, ab 11 Uhr sind Gäste herzlich willkommen", sagt Muth. "Es gibt keine Preise für die Schnellsten - bei der Tour stehen der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund." Im Anschluss nach etwa zwei bis drei Stunden können sich die Teilnehmer noch bei Kaffee und Kuchen am Firmensitz erholen. "Wir haben eine Vision von 300 Teilnehmern", sagt Sabine Muth. Eins ist aber von vornherein klar: Je mehr mitfahren, um so mehr Spendengelder werden an den Mukoviszidose-Verein überwiesen. Die Gebühren für die Datagroup-Mitarbeiter übernimmt im Übrigen die Firma. Und legt noch fünf Euro pro Person drauf.
Erscheinungsdatum: Freitag 04.09.2009
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