SPEKTAKEL / Das 14. Kinder- und Dorffest in Neuhausen
Wer feste schafft, darf Feste feiern
Umzug führt erstmals seit dem Krieg wieder über die B 28 - Brechend volles Festzelt

MICHAEL KOCH

NEUHAUSEN  Große Ereignisse finden meist nur alle vier Jahre statt: Olympische Spiele, Bundestagswahlen und Fußball-Weltmeisterschaften zum Beispiel. An diesen Rhythmus hält sich auch das Neuhäuser Kinder- und Dorffest, das am Wochenende den Ortsteil auf den Beinen hielt.
 
Die Fertigstellung der Ortsumfahrung B 28 neu, der Umbau des Bindhofs und einfach die Tatsache, dass das letzte Kinder- und Dorffest schon wieder vier Jahre her ist - die Neuhäuser hatten am Wochenende Gründe genug, wieder einmal ausgelassen zu feiern. Und sie machten von der Gelegenheit ordentlich Gebrauch.
 
Den Auftakt bildete am Samstag der Festzug. Unter dem Motto "Die vier Elemente" zogen die Neuhäuser Kindergarten-Kinder und Schüler der Uhlandschule durch ihren Ort. Das Besondere: Erstmals seit 1956 konnte für den Umzug wieder die B 28 alt als Hauptverkehrsader des Stadtteils genutzt werden. Von Wurzelkindern, Mäusen, Spinnen, und Nixen bis hin zu niedlichen Karotten, Vulkanausbrüchen oder kleinen Wölkchen - die Kostümierungen ließen auch nach einem kräftigen Regenguss nichts an der erhofften Farbenvielfalt vermissen.
 
Begleitet wurden die Kinder natürlich von Stadt- und Ortschaftsräten, von Vereinen wie dem FC 80 Neuhausen, dem Trachtenverein und der Schützengesellschaft. Für Stimmung während der Parade durch ein teilweise dichtes Spalier von Zuschauern sorgten der Musikverein, der Posaunenchor und die Brass Boys aus Glems.
 
Als Schirmherr eröffnete Oberbürgermeister Dieter Hauswirth das Kinder- und Dorffest offiziell, nachdem der Festzug am Gelände der Uhlandschule eingetroffen war. "Die Neuhäuser können arbeiten - und wer feste schafft, darf auch Feste feiern", gab er das Startsignal. Er erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr sogar der Dorfhock ausgefallen war, weil die Ortschaft mit seinen Vereinen mit der Fertigstellung des Bindhofs beschäftigt war.
 
"Das Element Wasser sollte sich eigentlich nicht so in den Vordergrund drängen", nahm Manfred Thiedemann als Rektor der Uhlandschule bei seiner Begrüßung Bezug auf das Thema des Tages. Der Regen hatte zu Beginn des Umzugs doch zu schaffen gemacht, dann aber wendete sich das Blatt zum Besseren.
 
Thiedemann führte durch das bunte Programm, das die Kinder über einen langen Zeitraum hinweg einstudiert hatten. 160 Kindergarten-Kinder und fast die komplette Uhlandschule waren in die Tänze, Lieder und sonstigen Darbietungen eingebunden.
 
Danach wurde das Schulgelände in einen riesigen Spielplatz verwandelt. Kletterbäume, Torwandschießen, ein Geschicklichkeitsparcours und ein Kaninchen-Streichelzoo bilden nur eine kleine Auswahl der verschiedenen Stände. Der Neuhäuser Ortschaftsrat spendierte allen Kindern zudem noch ein Hüpfseil, das am "Schnürlesstand" sogar selbst angefertigt werden konnte.
 
Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ging es im Festzelt auf dem Schulhof hoch her, wo die Neuhäuser Vereine die Bewirtung übernommen hatten. Die Erlöse flossen übrigens in eine gemeinsame Kasse und werden komplett für Kinder und Jugendliche in Neuhausen eingesetzt.
 
Am Abend stieg dann im Festzelt der Dorfabend. Kein Platz war mehr frei, als Ortsvorsteher Friedemann Salzer um 20 Uhr mit Gerhard Laib den Moderator des Abends auf die Bühne holte. Dieser führte durch die verschiedenen Programmpunkte, die von musikalischen Darbietungen der Hofbühlmusikanten, des Liederkranzes und des Posaunenchors bis zu Sketchen und Theaterstückchen des FC 80, der Turnabteilung, des Ortschaftsrates und der Freiwilligen Feuerwehr reichte. Bis spät in die Nacht hinein wurde gefeiert.
 
Gestern Morgen ging es mit einem Festzeltgottesdienst und anschließendem Frühschoppen in den zweiten Tag des Dorffestes. Am Nachmittag war dann die Jugend an der Reihe, auf der Showbühne für fetzige Programmpunkte zu sorgen. Mit Kinderchor und -tanzgruppe, Bauchtänzen und Hip-Hop-Einlagen kamen die Zuschauer erneut auf ihre Kosten.
 
Mit dem Auftritt der Band "4 and more" fand das 14. Kinder- und Dorffest schließlich einen gelungenen Abschluss. Wieder einmal stellten die Bürger des Metzinger Teilortes ihr besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl unter Beweis, ein auffallend munteres Gemisch zwischen Jung und Alt war zwei Tage lang fast rund um die Uhr auf den Beinen.
 




Erscheinungsdatum: Montag 12.07.2004

zurück Diesen Artikel bei swp.de lesen