Kopf nach Norden
Biomediziner referiert über elektrische und magnetische FelderMit Elektromagnetismus beschäftigt sich der Biomediziner Dr. Ulrich Warnke. Tatsächliche und mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier hat er nun in einem Vortrag in Schwäbisch Hall beschrieben.
Schwäbisch Hall Einen Einblick in die Geheimnisse der Natur gabs in der Haller Hospitalkirche. Ein Aktionsbündnis bestehend aus dem BUND, der Arbeitsgemeinschaft für gesunde Lebensweise, den Naturfreunden, dem NABU und dem Verein Risiko Mobilfunk Gaildorf hatte den Biowissenschaftler Dr. Ulrich Warnke, der auch Biomediziner und Lehrbeauftragter für Psychologie an der Universität des Saarlandes ist, zu einem Vortrag eingeladen. Warnkes wissenschaftliche Arbeitsgruppe prägte seinerzeit auch den Begriff "Elektrosmog".
Einen interessanten Einblick gab der Wissenschaftler eingangs in das Orientierungsvermögen der Bienen, die sehr geringe Magnetfelder von 26 Nanotesla registrieren können. Zum Vergleich: Das Erdmagnetfeld hat 30 000 bis 60 000 nT. Eine Beeinflussung ihres Orientierungsvermögens durch von Menschen verursachte magnetische und elektrische Felder hält Warnke für möglich. Beispielsweise durch die HAARP-Anlage in Alaska (High-frequency Active Auroral Research Project), wo seit dem Jahr 2006 mit 3,6 Megawatt gesendet wird.
Über die Bienen zu den Menschen. Auch hier geht Ulrich Warnke zunächst von den natürlichen Einflüssen aus. Die bekannte Wetterfühligkeit erklärt er folgendermaßen: Spätestens seit der Forschung in den sechziger Jahren wisse man, dass Blitze und unsichtbare Entladungen zwischen den Wolken elektrische Impulse erzeugen (Sferics).
Menschen reagieren darauf beispielsweise mit Kopfschmerzen, verlängerten Reaktionszeiten und anderen Symptomen. Insekten können schon im Voraus einen Wetterumschwung registrieren. Seit 1972 sei statistisch festgestellt, dass die Anzahl der Notfälle bei Herzpatienten mit natürlichen Schwankungen der geomagnetischen Aktivität zeitlich übereinstimmt.
Im weiteren Verlauf ging es um Freie Radikale. Sie stellen nach Ansicht des Referenten den Haupt-Wirkungsmechanismus bei der Belastung durch Elektrosmog dar. Die besonders reaktionsfreudigen Atome bzw. Moleküle entreißen anderen Verbindungen Elektronen.
Den Freien Radikale können nach Ansicht von Warnke viele gesundheitliche Beschwerden zugeschrieben werden: Man fühle sich müde, verspannt, das schädliche Cholesterin steige an, Entzündungen würden verstärkt, später entstünde durch Zellschädigungen ein erhöhtes Risiko für Tumore, Alzheimer, Parkinson.
Insgesamt wurden nach Warnkes Informationen in den letzten 30 Jahren mehr als 200 definierte Krankheiten beschrieben, die, ausgelöst über Freie Radikale, durch mütterlicherseits vererbbare Mutationen der Mitochondrien-DNA verursacht wurden.
Den Wirkungsmechanismus bei der Bildung Freier Radikale führt Warnke auf das Zusammenspiel von niederfrequenten und hochfrequenten Wechselfeldern zurück. Auch das Zusammenwirken des Erdmagnetfeldes mit Hochfrequenz fördere die Bildung Freier Radikale.
Deshalb der Rat des Referenten: "Richten Sie Ihr Bett in Nord-Süd-Richtung aus, Kopfende nach Norden". Viel wirkungsvoller sei jedoch eine Verminderung der Exposition gegenüber den elektromagnetischen Wellen jeder Art mit Ausnahme der sichtbaren Lichtwellen und des Infrarotbereichs. Gebert
Erscheinungsdatum: Samstag 18.10.2008
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