Alarm-Schlagen im Interesse der Öffentlichkeit
Bad Boll  Eine Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll bildet am Wochenende den Rahmen für eine besondere Ehrung: Der Whistleblower-Preis wird an ehemalige Frankfurter Steuerfahnder verliehen. Die Steuerfahndung beim Finanzamt V in der Bankenmetropole Frankfurt war ein erfolgreiches Team, bis es per Amtsverfügung von oben ausgebremst wurde. Die Ermittlungsbeamten verstanden die Welt nicht mehr. Sie protestierten auf dem Dienstwege und schließlich auch öffentlich. Die Folge: Heute ist die Dienststelle aufgelöst, die Beamten sind zwangsversetzt oder wurden mittels zwielichtiger psychiatrischer Gutachten frühpensioniert.
 
Für ihre Beharrlichkeit, die Behinderung ihrer Ermittlungstätigkeit sowie die anschließende Zermürbung und Zerschlagung ihrer Abteilung transparent zu machen, erhalten die ehemaligen Steuerfahnder Rudolf Schmenger und Frank Wehrheim am Samstag den Whistleblower-Preis.
 
Mit der Bezeichnung Whistleblower werden couragierte Menschen benannt, die im öffentlichen Interesse oder aus gemeinnützigen Motiven auf schwerwiegende Missstände oder Fehlentwicklungen in ihrem Arbeits- oder Wirkungsbereich hinweisen und auf Abhilfe dringen.
 
Vergeben wird der Whistleblower-Preis von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und IALANA, einer unabhängigen internationalen Organisation von Juristinnen und Juristen, die sich für gewaltfreie Konfliktlösungen engagieren. Stattfinden wird die Preisverleihung am 9. Mai in der Evangelischen Akademie Bad Boll im Rahmen der Tagung "60 Jahre Grundrechte. Entwicklungen und Gefährdungen". Die Ausrichter des Preises haben diesen Kontext gewählt, denn Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte gegen staatliche Übergriffe. Sie garantieren die Basis zivilgesellschaftlichen Engagements.
 




Erscheinungsdatum: Donnerstag 07.05.2009

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