Nazi-Lieder statt Balladen
Veranstaltung von Ultrarechten in Albershausen aufgelöstEin rechtsextremer Liederabend ist am Samstagabend in Albershausen aufgelöst worden. Über 200 Polizeibeamte waren im Einsatz.
PHILIPP SCHMID
Albershausen Eine rechtsextreme geheime Veranstaltung in der TSGV-Halle in Albershausen ist am Samstagabend aufgeflogen. Unter Vortäuschung einer Familienfeier hatten die Veranstalter die Halle gemietet. Der Schwindel wurde von der Polizei aufgedeckt. In und um Albershausen wurde eine groß angelegte Verkehrskontrolle durchgeführt.
"Halt Polizei" stand auf der roten Polizei-Kelle, die viele Autofahrer am Samstagabend zu sehen bekamen, wenn ihr Weg sie durch Albershausen führte. Verdächtige Fahrzeuge wurden auf einen Supermarktparkplatz an der Uhinger Straße gelotst. Rund 30 Beamte von Polizei und Bereitschaftspolizei nahmen die Fahrer in Empfang. Sie waren auf der Suche nach potenziellen Gästen einer verbotenen Nazi-Veranstaltung. An anderen Stellen in Albershausen waren weitere Kontrollposten eingerichtet, insgesamt waren etwa 200 Polizeibeamte im Einsatz.
Zuvor hatte die Polizei einen Hinweis erhalten, dass in Albershausen ein geheimer Liederabend mit Nazi-Liedern und Liedgut der rechtsextremen Szene veranstaltet werden soll. Als Räumlichkeit hatten sich die Veranstalter die Sporthalle des TSGV ausgesucht. Unter dem Vorwand einer Familienfeier wurde die Halle im Vorfeld für den Abend angemietet.
"Zum ersten Mal hatten wir vor etwa drei Monaten Kontakt, damals hat man uns gesagt, dass ein Balladenabend gefeiert werden soll", sagt Katharina Hartmann aus dem Vorstand des TSGV Albershausen. Der Veranstalter habe vorgegeben, sich an dem Abend zu verloben. Die Verantwortlichen des Albershäuser Vereins bemerkten den Schwindel erst, als sie die rund 150 Gäste, die aus der ganzen Region angereist waren, in der Halle sahen. "Das war offensichtlich weder ein Balladenabend, noch eine Familienfeier", sagt Hartmann. Es seien "eindeutige Lieder" gesungen worden.
Die Polizei wusste schon früher von der Veranstaltung und rückte mit einem Großaufgebot an. Sogar ein Sondereinsatzkomando (SEK) sei in Albershausen gewesen, sagt Hartmann. "Offenbar tauchte im Internet ein Hinweis auf", erläutert Katharina Hartmann, die gegen 22 Uhr von ihrem Hausrecht Gebrauch machte und die Veranstaltung auflöste. "Unter den Augen der in der Nähe befindlichen Polizeikräfte machten sich die Veranstalter und die Besucher ohne Zwischenfälle auf den Heimweg", heißt es in einer Mitteilung der Polizei Göppingen.
Erscheinungsdatum: Montag 25.02.2008
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