Gesundheit macht Spaß
Die Aktion "Mann, bleib gesund" ist im Landratsamt gestartetMit einer humorvollen Auftaktveranstaltung startete im Landratsamt die Aktion "Mann, bleib gesund" der AG Gesundheit im Landkreis Göppingen.
ULRIKE LUTHMER-LECHNER
Göppingen Bis Mitte November sollen Männer bei "Mann, bleib gesund" erfahren, dass Gesundheit Spaß macht und ganz ohne erhobenen Zeigefinger will die Arbeitsgemeinschaft Gesundheit im Landkreis Göppingen (AGG) das starke Geschlecht dauerhaft für die Thematik sensibilisieren.
"Mensch Ma, packs a, Attacke, jetzt bisch dra" - mit einem geballten rosaroten Angriff gab Kabarettistin Marlies Blume (Heike Sauer) vor rund 140 Besuchern der Auftaktveranstaltung am Samstag im Landratsamt den humorvollen Startschuss für die Aktion. "Männer werden nie krank, sie sterben immer gleich", stellte die Comedy-Künstlerin fest. In der Tat sterben Männer im Durchschnitt 6,4 Jahre früher als Frauen. Mit verantwortlich dafür sind hinausgezögerte Arztbesuche und eine ablehnende Einstellung zu Vorsorgeuntersuchungen. Dabei seien gerade diese die einzig wahren "Surviveltouren", sagte Marlies Blume.
Die Moderatoren Anne Würz und Andreas Kadel führten durch das zweistündige Programm, das musikalisch von der "Blues Mafia" unter Leitung von Eberhard Schmid schmissig umrahmt wurde. Als Vertreter des Landkreises betonte der Erste Landesbeamte Ulrich Majocco: "Gesundheit hat nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Komponente." Wie innere Ausgeglichenheit trainiert werden kann, zeigte Sieghard Weiss eindrucksvoll mit seiner Qigong-Gruppe. "Gesundheit ist ein Politikum", meinte Ministerialdirigent Joachim Kohler. Der Leiter der Abteilung Gesundheit im Ministerium für Arbeit und Soziales appellierte: "Männer müssen lernen, offen über ihre Probleme zu sprechen und Hemmschwellen zu überwinden."
Mit einer bunten Mischung präsentieren die rund 30 Organisationen der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit in den kommenden neun Monaten eine Vielzahl interessanter Themengebiete speziell für den Mann. Heinz Pöhler, Leiter des Gesundheitsamtes und Vorsitzender der AGG, weiß: "Männer leben riskanter." Er lieferte auch gleich einen der Gründe dafür mit: "Kleinen Jungs wird suggeriert, das Männer stark sein müssen." Wie Krisenzeiten bewältigt werden können, das allerdings werde in der Jugend nicht trainiert. Um dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken, müssten Männer ein neues Bewusstsein für ihren Körper entwickeln und: "Männer müssen motiviert werden, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen." Roland Winter aus Tübingen ging auf die Frage ein, weshalb sich Männer nicht von Gesundheitsthemen angesprochen fühlen. Als Anknüpfungspunkt nannte der Sozialwissenschaftler das goldene Dreieck der Männergesundheit: "Ernährung, Sexualität, Bewegung."
Die Lacher auf seiner Seite hatte der Göppinger Schauspieler Wolfgang Klein: "Ein Mann kümmert sich eher um seinen PC als um seine Gesundheit." Wie Walking "auf Leben und Tod" praktiziert wird und wie ganz neue - nicht ganz ernst zu nehmende - Formen der Ausdauersportart aussehen, zeigte abschließend Marlies Blume zur Gaudi des Publikums. Im Foyer des Landratsamtes stellten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit mit "neuer Power für den Mann" vor und für das leibliche Wohl sorgte die Pestalozzischule mit einem Büfett.
@ http://www.mannbleibgesund.de
Erscheinungsdatum: Montag 03.03.2008
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