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Wäscherschloss bleibt weiterhin geschlossen
Gebäude wegen maroder Elektrik nicht mehr verkehrssicher - Suche nach Pächter geht weiter

Das Wäscherschloss bei Wäschenbeuren wird auch in den kommenden Monaten für die Öffentlichkeit geschlossen sein, vielleicht sogar das ganze Jahr. Die Elektrik ist marode. Ein Pächter ist noch nicht in Sicht.

WOLFGANG KARCZEWSKI

Wäschenbeuren  Schlechte Nachrichten für die Freunde des Wäscherschlosses: Das historische Gemäuer kann auch in der kommenden Zeit nicht besichtigt werden. Bei einer großen Entrümpelungsaktion haben Vertreter des Landes, dem das Schloss gehört, festgestellt, dass die Elektrik total marode ist. "In diesem Bereich sind umfangreiche Ertüchtigungsmaßnahmen notwendig", erklärt Michael Hörrmann, Geschäftsführer von Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Dabei handle es sich nicht nur um das Auswechseln von zwei kaputten Steckdosen. Hörrmann: "Das Schloss ist in seinem derzeitigen Zustand nicht mehr verkehrssicher."
 
Wann das Wäscherschloss wieder seine Pforten öffnet, ist bislang völlig unklar. Hörrmann möchte die Renovierung so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Da das Schloss jedoch nicht beheizbar ist, müssen die Arbeiten in den warmen Monaten angegangen werden. Ein weiteres Problem seien die finanziellen Mittel, die noch nicht bereitgestellt sind. "Wir werden jedoch alles tun, damit sich 2009 etwas tut", sagt Hörrmann.
 
Wesentlich skeptischer beurteilt Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier die Situation. In diesem Jahr werde nicht mehr viel laufen, glaubt er. Die Außenveranstaltungen, wie beispielsweise der Erste-Mai-Hock, können allerdings wie gewohnt stattfinden. Dies hat Vesenmaier den Vereinen schriftlich zugesichert.
 
Auf der Suche nach einem neuen Pächter hat sich bisher noch nicht viel getan. Bislang habe man mehrere Initiativbewerbungen bekommen, sagt Hörrmann. "Nach Ostern werden wir nochmal einen Aufruf starten und dann von den Kandidaten ein Nutzungskonzept verlangen", erklärt er. Wichtig sei, dass das Wäscherschloss wieder ein attraktiver touristischer Anziehungspunkt wird. Bei der Pächtersuche werde man sich nicht unter Zeitdruck setzen. "Wir machen keinen Schnellschuss. Wir wollen einen soliden Partner finden." Alles, was in den kommenden Monaten zu tun ist, wolle man so schnell wie möglich, aber dennoch mit der nötigen Sorgfalt angehen.
 
Der bisherige Pächter des historischen Gebäudes, die Vereinigung der Freunde des Wäscherschlosses, hatte im Oktober beim Amtsgericht Göppingen Insolvenzantrag gestellt. Grund war die drohende Zahlungsunfähigkeit des Vereins. Insolvenzverwalter Henning Necker hatte bis Dezember den beim Verein als 400-Euro-Kraft angestellten Thomas Kaißer, der bis dahin noch im Schloss wohnte, den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.
 
Ursprünglich sollte der Weihnachtsmarkt die letzte Veranstaltung unter Neckers Fittichen auf dem Wäscherschloss sein. Doch daraus wurde nichts, weil Organisation des Marktes aus logistischen Gründen nicht parallel zum Auszug Kaißers möglich war.
 
Im Dezember wurde das Pachtverhältnis mit dem Land aufgehoben, sodass sich die zuständige Landesbehörde nach einem neuen Pächter umsehen konnte - bislang jedoch ohne Erfolg.
 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 01.04.2009

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