KOMMENTAR · GÖPPINGER GEMEINDERAT: Die grüne Revolution
Es war ein Paukenschlag, der da gestern Abend durch den Sitzungssaal des Göppinger Rathauses hallte: Ausgelöst wurde er von einer grünen Revolution. Der Partei gelang es bei der Gemeinderatswahl, die Zahl ihrer Sitze von drei auf sechs zu verdoppeln. Das ist ein toller Erfolg für Christoph Weber, der in den vergangenen Jahren hartnäckig und engagiert Stadtpolitik betrieben hat. Dass die Grünen ehrgeizigen Großprojekten wie dem Ausbau der Hohenstaufenhalle oder den Plänen für ein Hotel an der Stadthalle und einem Einkaufszentrum am Bahnhof eher kritisch gegenüberstehen, ist offenbar in Teilen der Bevölkerung auf positiven Widerhall gestoßen.
 
Oberbürgermeister Guido Till muss den neuen Gemeinderat dennoch nicht fürchten. Zusammen mit der CDU, FDP/FW und Teilen der SPD-Fraktion dürfte es ihm auch künftig gelingen, wichtige Weichenstellungen durchzusetzen. Dass die Grünen, die vor allem eine gute Stadtentwicklung im Auge haben, nun mit stärkerer Stimme sprechen, wird manche Diskussion bereichern. Mit Spannung wird dagegen erwartet, wie sich der Vertreter der Linkspartei in die Stadtpolitik einführt.
 
Die SPD wird nur dann eine Chance haben, ihr schwindendes Gewicht von jetzt nur noch neun Sitzen in die Waagschale zu werfen, wenn sie geschlossen auftritt. Garantieren kann das nur einer - Dr. Emil Frick, der Stimmenkönig der Wahl und bisherige Fraktionsvize. Aber das wissen die Genossen längst. HELGE THIELE
 




Erscheinungsdatum: Dienstag 09.06.2009

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