Bad Boll Der 11. März 2009 bleibt ein Datum des Schreckens. Über den Tod der Opfer des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen kann nichts hinwegtrösten. Doch im Abstand der zurückliegenden Monate will die Evangelische Akademie Bad Boll auf einer Tagung, die gestern Nachmittag begann, noch einmal durchdenken, wie Kirche, Politik und Medien auf das entsetzliche Geschehen reagierten und welche Konsequenzen daraus gezogen wurden.
Ratlosigkeit herrscht noch immer über die Frage: Kann man ein solches Verbrechen überhaupt verstehen? Den Forschungsstand aus kriminologischer Sicht erläutert auf der bis Mittwoch dauernden Tagung Britta Bannenberg von der Universität Gießen. Sie befasst sich vor allem damit, welche Rolle Depression und Hass bei Tötungsdelikten junger Männer spielen. Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Schulen. Ausführlich zu Wort kommen sollen deshalb die Rektorin der Albertville-Realschule und SMV-Vertreter aus Winnenden mit ihrer persönlichen Ansicht, welche Konsequenzen aus der Amoktat für den Schulalltag gezogen werden sollten.
Auch das von betroffenen Eltern gegründete Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden ist auf der Tagung vertreten. Unter anderem fordert das Bündnis eine Verschärfung des Waffenrechts und ein Verbot von Killerspielen. Zu diesen Punkten wird auch Udo Andriof von der Expertenkommission der baden-württembergischen Landesregierung und Christoph Palm vom Sonderausschuss des Landtages auf der Tagung Stellung nehmen. Dem Thema Waffenrecht und -besitz ist eine eigene Gesprächsrunde gewidmet. Zu Wort kommen Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange und Bernd Carstensen vom Bund deutscher Kriminalbeamter.