KOMMENTAR: Heimat als Projekt für alle
Kann schon sein, dass manchen die Heimattage zu viel werden. Doch andrerseits hat Reutlingen diesem landesweit tourenden Festival einen eigenen Stempel aufgedrückt. Hat ihm auch viel von der Beliebigkeit einer protzigen, wanderzirkushaften Leistungsschau genommen. Reutlingen konnte das Thema, im Unterschied zu jüngsten Ausrichtern, breiter auffächern. Es präsentiert sich selbstbewusst als Wirtschaftsstandort und stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein von Menschen mit Behinderung - indem es sie in die Mitte einer weltoffenen Stadtgemeinschaft nimmt. Der Theaterspaziergang zum Gustav-Werner-Geburtstag und jetzt das Integrative Theatertreffen haben Heimat mit mehr Leben gefüllt als manch selbstgefälliger Spätzle-und-Maultaschen-Ideologe. Denn beide Theater-Acts haben eins gezeigt: Heimat wird erst dort sein, wo keine Ausgrenzung herrscht. OTTO PAUL BURKHARDT
Erscheinungsdatum: Montag 22.06.2009
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