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Windhose fegt durchs Fest
Bei Westerheimer Sonnwendfeier fliegen plötzlich Zelte durch die Luft

Eine Windhose hat die Westerheimer Sonnwendfeier im Wortsinn durcheinandergewirbelt. Die starke Böe riss am Samstagnachmittag Versorgungszelte aus der Verankerung und hinterließ ein Bild der Verwüstung.

MARGIT WEBER

Westerheim  Schreck in der Mittagsstunde: Im Rahmen der Sonnwendfeier des Westerheimer Albvereins war am Nachmittag der Spieleaktionstag für Familien bereits in vollem Gange. Da fegte plötzlich eine Windhose über das Festgelände. Die beschauliche Szenerie fand ein abruptes Ende. Der Windstoß fegte quer durch die Bankreihen direkt auf die Versorgungszelte zu. Die Sonnenschirme schossen förmlich aus ihren Ständern und wirbelten gen Himmel. Tische und Bänke schienen Spielzeuge zu sein. Die fünf aufgebauten Pavillons flogen mitsamt dem Gestänge durch die Luft.
 
Albvereinsmitglied Günter Wiessner war perplex: "Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als plötzlich der Tisch vom Ausschank auf mich zuflog. Ich ging nur noch in Deckung, um Schlimmer es zu vermeiden." Familienwartin und Organisatorin Margit Weber war völlig fassungslos, über das, was sie da gerade gesehen hatte. Sie war den Tränen nahe, als sie sah, dass die ganze Aufbauarbeit des Vormittags zunichte war. Andererseits ist sie erleichtert: "Trotz der Zerstörung und der zusätzlichen Arbeit bin ich so froh, dass niemand zu Schaden kam."
 
Die Stangen der Zelte hagelten wie Geschosse auf den Platz nieder - sie hätten schlimmste Verletzungen verursachen können. Die materielle Schadensbilanz ist allerdings beträchtlich. Fünf Pavillons sind völlig zerstört, die Röhren der Zeltbeleuchtung ebenso wie die 50 Meter lange Lichterkette - die Windhose hat sie regelrecht zerfetzt. Eine Kaffeemaschine und etliche Thermoskannen gingen zu Bruch. Nach dem Schreck packten alle packten mit an und verfrachteten die Essenstationen in das große neue, erstmals aufgebaute Zelt.
 
Zum Nachmittagsprogramm für die Familien und Kinder - mit Hüpfburg und Karussell - fanden sich nur wenige Besucher ein, worüber Margit Weber und die Gaufamilienvorsitzende Sabine Wuchenauer sehr enttäuscht waren.
 
Am Abend strömten die Besucher in Massen zum Festplatz neben der Albhalle. Das Westerheimer Fest ist eine Traditionsveranstaltung und weithin die größte Sonnwendfeier. Die vielen Besucher genossen die laue Mittsommernacht im Schein des großen Feuers bei Livemusik von Thomas Mangold. Die Fahnenschwinger der Laichinger Ortsgruppe traten auf. Vertreten waren zudem die Ortsgruppen Feldstetten, Suppingen, Berghülen, Ulm und Elchingen.
 
Hildegund Mayer, Vize-Vorsitzende des Albvereins Westerheim, begrüßte die Gäste, der Gauvorsitzende Siegfried Braun ehrte Mitglieder. Er lobte den enormen Aufwand, welchen die Westerheimer betrieben hatten, um das Brauchtum der Sonnwendfeuer zu erhalten. Bis spät in die Nacht genossen die Gäste die Feier.
 
Ähnlich große Feuer gab es am Samstag auch bei den Sonnwendfeiern in Merklingen und Nellingen zu bewundern. Dort hatten ebenfalls die Albvereins-Gruppen - teils mit Unterstützung anderer Vereine - angepackt, um bei herrlichem Sommerwetter den Besuchern aus der Gemeinde einen schönen Abend zu bereiten.
 




Erscheinungsdatum: Montag 23.06.2008

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