Elegante Riesen am Himmel
Tausende bewundern auf dem Laichinger Drachenfest skurrile Fluggeräte

Am blauen Himmel über dem Laichinger Flugplatz tummelten sich am Wochenende seltsame Wesen wie Raupen, Räder, Pinguine, Lurche. Winddrachen beim achten Drachenfest machten es möglich.

EVA MENNER

Laichingen  Tausende Autos, Radfahrer und Fußgänger bahnten sich am Samstag und vor allem am sonnigen Sonntag ihren Weg zum Laichinger Flugplatz. Das Drachenfieber hatte nicht nur die vielen Drachenclubs und -freaks angesteckt. Nein, das Virus breitet sich jedes Jahr um diese Zeit bei Kindern, Vätern und immer mehr Müttern aus. Schon weit vor dem Aktionsfeld am Laichinger Flugplatz ließen sie ihre kleinen und großen Fluggeräte, Einleiner und Lenkdrachen steigen.
 
Auf dem Aktionsfeld vor dem Hangar boten die Könner unter den Drachenfliegern pausenlos ein vielseitiges Programm. Die Gesichter der Gäste waren zum Himmel gerichtet bei Massenstarts von baugleichen Drachen und Lenkdrachenchoreografien. Dreidimensionale Kastendrachen oder exotischen Exemplare wie den 100 Meter langen chinesischen Centipede (Tausendfüßler) mit einem Drachen-Kopf und einer Kette gleichförmiger Drachenscheiben gab es zu bewundern. Auch mit einer Neuheit warteten die Drachenflieger auf. Die Schweizer Familie von Ueli ließ die "Cassagne-Räder", dreidimensionale Kastendrachen, steigen. Diese sind eine neue Drachenkreation mit der Drachenflieger René Maier vor drei Wochen die Deutsche Meisterschaft gewann.
 
Zu den Kriterien bei Drachenfliegermeisterschaften gehören die eigene Idee, der Bau, das Design und letztlich die Flugeigenschaften eines Drachens. Die "Cassagne-Räder" schwebten trotz ihrer Spannweite von rund vier Metern elegant über den Zuschauern, die begeistert applaudierten.
 
Moderator "Robby" von den Heidenheimer "Albflyers" warf mit Begriffen wie Fledermausmassenstart, Rokaku-Kampf, Kastendrachen, Einleiner, Leichtwinddrachen um sich, informierte über die Feinheiten und Unterschiede der verschiedenen Fluggeräte. Das achtköpfige Drachenfliegerteam "Albflyers" organisierte das Laichinger Drachenfest bereits zum achten Mal und jedes Jahr locken sie mehr Gäste an. Schon am Samstagnachmittag zog es die Zuschauer in Scharen zum Flugplatz, die Nachtshow aller angereisten Drachenflieger fand noch größeres Interesse. Drachenfliegen und Pyrotechnik vereinten sich zu spektakulären Darbietungen vor dem schwarzen Nachthimmel. Zu einem Song aus "Phantom der Oper" boten die "Abendsegler" eine anmutige Choreografie, brennende Bälle, die "Poien", glühten hoch in der Luft zu passender Musik, um Feuerspucker Mike wurde es regelmäßig heiß und drei Heißluftballonteams boten eine atemberaubende Show. Rhythmisch zur Musik ließen sie ihre Ballons aufleuchten.
 
Mit reichlich leckeren Speisen und Kuchen erwies sich der Flugsportverein bestens vorbereitet auf den enormen Ansturm der Besucher. Für ihn wird das Drachenfest jedes Jahr zu einer logistischen Herausforderung.
 
Um Staus vorzubeugen, wiesen die Vereinsmitglieder gemeinsam mit den Albflyern die Autofahrer in die vorsorglich im Einbahnstraßensystem ausgeschilderten Zu- und Ausfahrten ein. Das achte Drachenfest in Laichingen entpuppte sich als ein Publikumsmagnet, ähnlich wie ein Volksfest.
 




Erscheinungsdatum: Montag 06.10.2008

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