Krankenhaus im Wahlkampf
Enttäuschte Gegner einer Lösung mit dem Kreis machen StimmungSPD-Kreistagskandidat Heinz Surek hat in zwei öffentlichen Briefen nochmals das Krankenhaus zum Thema gemacht. Natürlich haben Stadträte anderer Couleur darauf reagiert, das gibt Feuer im Wahlkampf.
THOMAS SPANHEL
Laichingen Mit zwei offenen Briefen hat Heinz Surek, SPD-Kreistagskandidat und Laichinger Lokalhistoriker, die Laichinger Stadträte angegriffen, hat ihnen sein Misstrauen bekundet und ihnen fehlende politische Weitsicht und Regierungskunst vorgeworfen (siehe ausführlichere Zitate aus den offenen Briefen in dem nebenstehenden Artikel). Als Grund für seinen Wahlverzicht gibt Surek das Verhalten der Stadträte in der Frage der Fortführung des Krankenhauses an. Anhand geschichtlicher Beispielse zeigt er, dass das Laichinger Krankenhaus schon häufig auf der Kippe stand, doch immer wieder erhalten und modernisiert wurde. "Mit Mut, Initiative und Tatkraft, aber daran gebricht es leider in Laichingen, hätte man das Krankenhaus als Kernbereich des Pflegezentrums zusammen mit einem starken Partner auf vier Standbeine stellen können. . ."
Im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE erläuterte Surek, dass ihm nach dem langen Hin und Her über die Fortführung des Krankenhauses nun einfach der Kragen geplatzt sei und er seiner Wut über die Schließung des Akut-Krankenhauses Raum geben musste. Insbesondere wirft er den Stadträten, von denen keiner der SPD angehört, vor, zu wenig für die alte Laichinger Einrichtung gekämpft zu haben: "Wenn man nicht kämpft, hat man schon verloren." Er wirft den Räten vor, als "Gschaftlhuber" sich arg wichtig zu nehmen und Kritik nicht zu vertragen. Die Sorgen und Nöte der älteren und kranken Mitbürger seien von den Räten missachtet worden, ebenso wie über 4000 Unterschriften für den Erhalt des Krankenhauses.
Die Reaktion auf den ersten Brief Sureks kam durch eine Stellungnahme der vier Sprecher der Laichinger Gemeinderatsfraktionen BWV, LAB, CDU und der Igel-Liste im Laichinger Bauausschuss. Auch mündlich reagierten Kurt Wörner (CDU) und Martin Schwenkmezger (BWV) am Ende der vergangenen Gemeinderatssitzung. Sie fühlen sich ebenso wie Bernhard Schweizer (LAB) und Ernst Joachim Bauer (Igel-Liste) von Surek in unfairer Weise attackiert. Mit Begriffen wie "Gschaftlhuber" würden die Räte pauschal verunglimpft.
Auch als Stadträte müsse man nicht alles hinnehmen und ertragen. "Der langjährige Stadtrat Heinz Surek hat mit seiner veröffentlichten Stellungnahme eine Grenze überschritten und hat die derzeitigen Mandatsträger in der Gemeinde und im Kreis und deren Engagement für das Allgemeinwohl in nicht hinnehmbarer Weise diskreditiert."
Außerdem sei brisant, dass Surek einerseits nicht zur Wahl gehe, selbst aber als Kreistagskandidat der SPD gewählt werden wolle, kommentieren die Fraktionssprecher: "Welch grandioses Demokratieverständnis von einem Kreistagskandidaten und ehemaligen Stadtrat."
Wörner äußerte seine "tiefe Enttäuschung" über den früheren Lehrer-Kollegen und meinte: "Das ist Mobbing." Bürgermeister Friedhelm Werner schloss sich in der Bauausschusssitzung der Kritik der Fraktionen an, sprach von einem "Affront gegenüber dem Ehrenamt" und forderte Sureks Entschuldigung bei denen, die er zu Unrecht kritisiert habe.
In Folge dieser konträren Diskussionen meldeten sich auch andere Laichinger zu Wort. Insbesondere von denen, die schon früher als Sprecher eines eigenständigen Krankenhaus-Kurses aufgetreten waren, erhielt Surek viel Lob.
Andererseits gibt es beispielsweise auch neue Kandidaten des Gemeinderats wie Franz Heim (Igel-Liste) oder Einar Dittmann (BWV), die Position auf Seiten des Gemeinderat beziehen. So beklagt beispielsweise Dittmann, dass "die aufgeführten Vergleiche und Bezeichnungen alle ehrenamtlich Tätigen verunglimpfen, egal ob sie sich in politischen Gremien oder in Vereinen engagieren". Er bedauert, als erstmaliger Kandidat für den Gemeinderat gleich öffentlich als "Parallelunsiversumsbewohner abgestempelt" zu werden, obwohl ihn beispielsweise einer der Kritiker, Frank Oesterle, persönlich doch gar nicht kenne.
Erscheinungsdatum: Samstag 23.05.2009
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