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Reutlingen gestrichen, Sirigu vermutlich auch
SC Freiburg will den Spatz im Winter holen

Offiziell ist: Das 0:0 gegen Eintracht Frankfurt II war 2008 das letzte Spiel der Spatzen. Noch nicht offiziell ist: Es war auch Sandro Sirigus letzter Auftritt. Die Weichen für einen Wechsel im Winter sind aber gestellt.

RÜDIGER BERGMANN

Die Nullnummer gegen Regionalliga-Tabellenführer Eintracht Frankfurt II hat Spuren hinterlassen. Bei den Spatzen und am Platz. Die Stadt Ulm hat reagiert - und das Donaustadion für das Derby am morgigen Samstag gegen den SSV Reutlingen gesperrt. Der Nachholtermin steht auch schon: Samstag, 14. Februar 2009 (14 Uhr).
 
Folglich war das gestrige Training die Abschluss-Einheit für dieses Jahr. Und für Sandro Sirigu nach Lage der Dinge sein letzter Auftritt in der Friedrichsau. Denn der 20-Jährige strebt so schnell als möglich in eine höhere Spielklasse. An Kontakten mangelts nicht. Fakt ist: Zweitligist SC Freiburg, der auf (Relegations-)Platz drei überwintert, hat eine offizielle Anfrage für einen Wechsel des Offensiv-Verteidigers im Januar 2009 in die Geschäftsstelle der Spatzen geschickt.
 
Aber auch andere Zweitligisten buhlen um Sirigu. Das konkrete Interesse von 1860 München ist bekannt, diese Woche hat sich die SpVgg Greuther Fürth mit dem Ulmer beschäftigt, auch der 1. FC Kaiserslautern ist auf den Blonden aufmerksam geworden. Die Bemühungen des FC Augsburg und des FC Ingolstadt sind hingegen chancenlos.
 
Sirigu, der eine Ausbildung bei der Sparkasse begonnen und seine Lehre als Versichungs-Kaufmann bei seinem Vater beendet hat, besitzt in Ulm Vertrag bis 2010. "Bislang hat er sich uns gegenüber noch nicht erklärt, wann er den Verein verlassen will", sagt Markus Lösch, der Teammanager des SSV 46. Und weiter: "Sandro ist inzwischen alt genug, um zu wissen, welcher Schritt der richtige ist."
 
Dem Vernehmen nach tendiert der 20-Jährige zu Klubs, in denen er auf frühere Trainer aus Ulmer Zeiten trifft. Dieter Märkle (1860 München II) bildete Sandro während dessen Jugend-Zeit aus, Marcus Sorg (SC Freiburg II) holte ihn vorzeitig von den A-Junioren in den Aktiven-Kader. Sorg hat gerade das Regionalliga-Team im Breisgau übernommen und ist in die Garde der Assistenten von Zweitliga-Coach Robin Dutt aufgerückt. Sowohl in Freiburg als auch bei den "kleinen Löwen" könnte Sirigu unbelastet in der zweiten Mannschaft beginnen, um sich in der Regionalliga-Rückrunde für einen festen Platz im Profi-Kader zu empfehlen.
 
Wenn die Spatzen ihren hoffnungsvollsten Akteur schon in der Winterpause ziehen lassen müssen, dann wollen sie dafür natürlich anständig kassieren. "Von einem sechsstelligen Betrag gehen wir aus", sagt Lösch. Anders als im vergangenen Sommer, als Sezai Zehiroglus Transfer zu 1899 Hoffenheim den Ulmern nur wenig einbrachte, weil der Mittelfeldspieler ins Oberliga-Team wechselte, soll diesmal richtig Geld in die Kasse fließen.
 
Denn: Voraussetzung für neue Gesichter zum Trainingsbeginn am 17. Januar ist finanzieller und personeller Spielraum im Kader. Außer Sirigu, für den sich Markus Lösch "zwei bis drei Neue" vorstellen könnte, ist nur noch Mislav Rados ein Wechselkandidat. Der Ex-Oggersheimer hat bislang keine Einsatz-Minute im Regionalliga-Team absolviert. Im Gegenzug wäre ein Stürmer denkbar. "Diese Position hat Priorität", sagt Lösch. Neben der Personalie Sirigu natürlich.
 
Info
 
Bei der Verletzung, die Marijo Marinovic in der Halbzeit gegen Frankfurt II zur Auswechslung zwang, handelt es sich nur um eine Fußprellung. Gestern konnte sich der Mittelfeldspieler schon wieder ohne Krücken bewegen.
 

 




Erscheinungsdatum: Freitag 19.12.2008

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