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FRIEDRICHSAU / Die Donaufische für das neue riesige Süßwasserbecken sind bestellt
Premierenfieber im Ulmer Aquarium

Die Wasserprobe ist bestanden, das Becken mit der Tunnelröhre für Besucher hat dicht gehalten. Jetzt wird an den Kulissen fürs neue Donauaquarium gebaut.

JAKOB RESCH

Im Neubau fürs Ulmer Aquarium sieht es derzeit aus wie im Malersaal der Ulmer Theaterwerkstätten. Große Styroporblöcke liegen bereit zurechtgeschnitten zu werden. Was dort entsteht, ist das Bühnenbild fürs Donauaquarium, größtes künstliches Süßwasserbecken weit und breit und zumindest bundesweit. Tierpfleger Thomas Kellhofer ist gespannt, wie der eigens engagierte Künstler zwei ausrangierte Original-Zillen in Szene setzt: "Es ist ja für jeden von uns eine Premiere."
 
So wird gerade eine Flusslandschaft nach Ulmer Art gebaut. Ein Brückenbogen ist schon modelliert, Wehr und Fischtreppe folgen ebenso wie ein Uferbereich mit Böschungen und unterspülten Grotten. Mit Spritzbeton überzogen, geben sie die naturgetreue Kulisse her. Fehlen bloß noch Uferschwalben, aber Kellhofer winkt ab: "Heimische Vögel haben wir draußen am Ausee."
 
Prima fände er es allerdings, wenn es gelänge, eine Ladung Flusskies aus der Donau zu bekommen - schließlich wird an der Eisenbahnbrücke gerade ausgebaggert. Das hätte auch einen biologischen Vorteil: Der Kies würde Kleinstlebewesen fürs Aquarium mitliefern. "Das wäre gleich eine intakte Sache."
 
Unterdessen steht die Besetzungsliste, die Hauptdarsteller sind bei einer Fischzucht in Mindelaltheim hinter Günzburg bestellt. "Unser Wunschzettel ist geschrieben." Darunter sind ausgefallene Donaufische wie Huchen und Nasen, aber beileibe nicht alle 30 in Frage kommenden Arten: "Viele sind recht selten." Zum Beispiel der schwer gefährdete Streber, bis heute reiner Donaufisch. Im Übrigen ist ja auch das vorhandene Ensemble gar nicht schlecht bestückt. Eine tragende Rolle im Donauaquarium dürfte der imposante Karpfen aus dem bisherigen großen Kaltwasserbecken spielen. Er ist schon 17 Jahre im Ulmer Aquarium dabei. "Der kriegt ein Spitzenbecken hier", sagt Kellhofer.
 
Dessen größter Wunsch ist aber, einen Diamantstör einsetzen zu können, bekannt als "Waxdick", wie er mittelalterlichen Marktberichten zufolge einst bis nach Ulm kam. Da ist Kellhofer ganz Dramaturg: "Die werden zwei Meter groß und richtig handzahm, sprich: Die kann man aus der Hand füttern. Das wäre eine Attraktion!" Applaus und Vorhang.
 




Erscheinungsdatum: Samstag 20.10.2007

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