OB-WAHL / Die Kandidaten stellten sich gestern Abend offiziell vorFünf im Sprint auf den OB-Sessel
Milde, Gönner, Oberdorfer, Kienle und Sieber präsentieren ihre ProgrammeFünf Bewerber wollen Oberbürgermeister von Ulm werden. Sie stellten sich gestern Abend im Kornhaus vor. Aber nur etwa 150 Interessierte hörten zu.
WILLI BÖHMER
Die offizielle Bewerbervorstellung zur Ulmer Oberbürgermeisterwahl am 2. Dezember stieß nur auf mäßiges Interesse. Vor 150 Zuhörern präsentierten die fünf Bewerber ihr "Regierungsprogramm" für die Zeit als Rathauschef.
Ganz oben auf dem Wahlzettel wird der Regisseur und Kulturmanager Ralf Milde (53) stehen. Er präsentierte den Zuhörern sein Zehn-Punkte-Programm: Unter anderem Ausbau des Ulmer Bahnhofbereichs und der Wissenschaftsstadt, des öffentlichen Nahverkehrs und des Klimaschutzes, der Multifunktionshalle und der Kinderbetreuung, der Bildung und der Kultur.
Amtsinhaber Ivo Gönner, SPD, (55) bittet die Ulmer um das Vertrauen für eine dritte Amtsperiode. Er musste den Zuhörern die meisten Fragen beantworten. Seine Fehler vergangener Jahre? Dass er die Schulden der Stadt nicht früher bekämpft hat, sagte er, und dass er sich nicht stärker für das ECE-Einkaufszentrum am Bahnhof eingesetzt hat. Aber Ulm steht gut da, im Vergleich der Städte, sagt Gönner. Dafür will er in den nächsten acht Jahren kämpfen.
Der Hanfwarenhändler Stefan Oberdorfer (37) attackierte die Ulmer Polizei als zu scharf und warf den Medien vor, sie betrachteten ihn lediglich als Spaßkandidaten. Er rief die Ulmer dazu auf, am 2. Dezember auf jeden Fall zum Wählen zu gehen. "Ich weiß, dass ich die Wahl nicht gewinne, aber ich will die Wähler wachrütteln."
Markus Kienle, Grüne (44) rief den Zuhörern zu, eine Veränderung in der Stadtpolitik sei nur mit einem anderen Amtsinhaber auf dem Ulmer Oberbürgermeistersessel zu machen - mit ihm. Der Kulturwissenschaftler will den Kulturbereich finanziell absichern, vor allem die freie Kultur. Er will sich stärker für Kinder und Familie engagieren, die Stadtteile voranbringen, weil dort die Arbeit vor Ort unmittelbar greift. Der Klimaschutz ist ihm wichtig. Er würde als Rathauschef auch den Autoverkehr in der Innenstadt zurückdrängen, um die Lebensverhältnisse zu verbessern.
Für sie ist es vom Alter her die letzte Chance, sich für den Oberbürgermeisterposten zu bewerben, und sie will vieles anders machen als der Amtsinhaber, sagte die Ulmerin und frühere Apothekerin Lydia Birgitta Sieber (58). Sie will weniger Prunkbauten hinstellen und dafür Fahrradwege ausbauen.
Der eher geruhsame Vorstellungsabend klang ebenso friedlich aus.
Erscheinungsdatum: Freitag 23.11.2007
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