KOMMENTAR · HANDWERKSKAMMER: Im Moment die beste Lösung
Vermutlich ist dies die beste, weil salomonische Lösung: Der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Horst Schurr, braucht nach der öffentlichen Diskussion um seine Verwicklung in eine Insolvenz bei gleichzeitiger Schwäche für Luxus-Dienstwagen zwar nicht zurücktreten. Er kann aber nicht weitermachen wie bisher. Vielmehr lässt Schurr sein Amt ruhen, um im November vor dem Parlament der Handwerkskammer - der Vollversammlung - die Vertrauensfrage zu stellen.
Die regionalen Kreishandwerksmeister im Vorstand der Kammer sowie Hauptgeschäftsführer Hermann Stangier dürften bei der gestrigen mehrstündigen Sitzung einiges an Überzeugungskraft aufgebracht haben, um Schurr zum Verzicht zu bewegen und damit die Handwerkskammer selbst aus der Schusslinie zu bringen. Denn in einem Schreiben vom 25. Juli an die Vollversammlungsmitglieder legt Schurr nochmal Wert auf die Feststellung, dass er nur pro forma als Geschäftsführer des Autohauses Heilig in Aalen eingetragen war und keine operative Verantwortung hatte. Er erfülle alle Voraussetzungen an das Präsidentenamt und habe die Zeit dafür.
Die Antwort der Vollversammlung auf die Vertrauensfrage ist in diesem wenig von der Öffentlichkeit beachteten, eher linientreuen Gremium derzeit total offen. Falls Schurr je das Vertrauen erhält und bis zum Ende seiner letzten Amtszeit im Sommer 2009 weitermachen sollte, wird es für ihn jedoch sicherlich keine bejubelte Schlussrunde werden. FRANK KÖNIG