Labyrinth entdeckt
Verzweigtes System von rund 100 Metern
Seissen  Höhlenforscher der "Arge Blaukarst" haben bei der Grabung im "Seligengrund" ein Labyrinth entdeckt, das rund 100 Meter misst. Die Öffnung eines natürlichen Schachtes 13 Meter unter der Erdoberfläche brachte für die "Arge Blaukarst" eine Überraschung: Unten öffnete sich ein 20 Meter langer Gang. Doch damit nicht genug: Als die Neuentdeckung am Sonntag vermessen wurde, sahen die Forscher, dass es hinter Gesteinsblöcken, einem so genannten Versturz, weitergeht. "Wir haben einen Durchschlupf gegraben und sind auf große Räume gestoßen", berichtet Grabungsleiter Jens Freigang, der am Wochenende zusammen mit bis zu 15 Kollegen in der Höhle arbeitete. Hinter dem Versturz entdeckten die Forscher Schächte und Schlote und in verschiedene Richtungen abgehende Gänge. "Ein fast labyrinthisches System", sagt Jens Freigang. Die Hohlräume sind so hoch, dass man überall aufrecht stehen kann, einzelne Abschnitte sind bis zu acht Meter hoch. "Das ist jetzt eine richtig schöne Höhle", sagt der Grabungsleiter, das Team habe auch einige "nette Tropfsteine" gesehen.
 
Die Hauptrichtung des Labyrinths ziehe wohl nach Nordwest, in Richtung Wennenden. Genau dort wollen die Forscher hin. Sie hoffen, auf die über Wasser liegenden Abschnitte der Blautopfhöhle zu stoßen. Für die Vermutung, dass die Seligengrund-Höhle weiter geht, gibt es ein wichtiges Indiz: Am Grund eines Schachtes spürten die Mitglieder der "Arge Blaukarst" einen Luftzug. Und der war ähnlich stark wie am Eingang. Morgen wollen die Forscher nach weiteren Hohlräumen suchen. jos
 




Erscheinungsdatum: Freitag 13.02.2009

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