COUNTRY / Hugh und Katy Moffatt im PfleghofEin Faible für große Romanzen
Ihr 25-jähriges Bestehen feierten die Country & Western Freunde Kötz mit einem Duo, das die Fans vielfältiger Songwritermusik schon zum Zehnjährigen begeisterte.
PIERRE LA QUA
Trotz ihrer musikalischen Vielseitigkeit scheiden sich bei Hugh und Katy Moffatt die Geister. Für Country-Puristen ist das Geschwisterpaar aus Fort Worth (Texas) zu wenig Nashville und zu wenig Bluegrass. Wer allerdings Country als breites Spektrum versteht, wer die Erzählkunst dieser Musik liebt und deren Geschichten, die oftmals ganz tief unter die Haut gehen, für den zählt das Duo zur absoluten Spitzenklasse. Keine Starallüren, kein aufgesetztes Gehabe lenkt von den tiefen Emotionen ab, die die beiden in ihren Songs verarbeiten.
Songs wie "Rose of my heart" zum Beispiel. Hugh Moffatts Ode an die Liebe war einer der letzten Songs, die Johnny Cash kurz vor seinem Tod für seine "American Recordings" aufgenommen hat. Im Langenauer Pfleghof avancierte diese Ballade zu einem der rührendsten Momente des Abends. Nicht zuletzt deswegen, weil Moffatt den Song einem anwesenden Ehepaar widmete, das dieser Tage seinen 40. Hochzeitstag feierte. Ein eindringliches Rührstück voller Gefühl, Zuneigung und Hingebung.
Überhaupt haben die beiden ein Faible für große Romanzen. Sei es jene zwischen Hank Williams und seiner Audrey ("Hank & Audrey"), die langjährige Liebesbeziehung des Revolverhelden Wyatt Earp ("Wyatt & Josie") oder die tragische Geschichte von "Jack and Lucy".
Lagerfeuer-Folk, Country & Western, Countryrock, Ragtime: Auf ihrem Singer/Songwriter-Streifzug kommen Hugh und Katy Moffatt mit vielem in Berührung, was die Musik Amerikas prägt. Aber auch Soul und Blues reihen sie nahtlos in ihr Programm ein, darunter großartige Versionen von Percy Mayfields "Send me someone to love" und Dan Penns "Dark end of the street".
Viele Eigenkompositionen der Geschwister wurden erst durch andere Künstler berühmt, etwa Tom Russells "Walking on the moon". Allen Songs gemein ist die sparsame Gitarreninstrumentierung, die dennoch, vor allem bei Hugh Moffatt, von beeindruckender Spielkunst geprägt ist. In erster Linie aber begeistern die beiden das Publikum im Pfleghof durch ihre wunderschönen zweistimmigen Harmoniegesänge. Ein großartiger, romantischer Abend voller Emotionen.
Erscheinungsdatum: Montag 30.04.2007
zurück zur Ressort-Übersicht