Die Angst des Hypochonders
Das St. Hildegard-Gymnasium spielt frei nach Molière

"Der eingebildete Kranke" ist eines der berühmtesten Stücke Molières. Das St. Hildegard-Gymnasium spielte die Komödie in gekürzter Fassung.

RADU TODORAN

Argan verbringt seine gesamte Zeit in seinem gemütlich ausgestattetem Heim. Im Schlafanzug samt passender Mütze. Vor die Tür setzt er keinen Schritt, schließlich lauern draußen gefährliche Krankheiten. Er ist ein Hypochonder wie er im Buche steht. Er erfreut sich bester Gesundheit, doch fühlt er sich von zahlreichen Gebrechen geplagt. Von seinem Arzt ist er so besessen, dass er seine Tochter mit dessen Sohn, einem angehenden Arzt, zwangsverheiraten will. Doch seine Tochter schmachtet nach einem Anderen. Erst durch eine List ihres Onkels Béralde kann sie ihren Vater von seinem Vorhaben abbringen, und als Argan dann noch selber Arzt wird, ist seine durchgehende medizinische Versorgung gesichert.
 
Das siebenköpfige Ensemble des St. Hildegard-Gymnasiums brachte unter Leitung der Lehrerin Cordula Scherer Molières "Der eingebildete Kranke" stark gekürzt, jedoch optisch nah an den historischen Vorgaben auf die Bühne. Unter den Darstellern konnten auch Talente ausgemacht werden. Vor allem Zaklina Jeremic, die beschwingt und überzeugend die Hauptfigur Argan gab, und Amelie Bengsch, die sowohl als dessen Bruder Béralde, als auch in der Rolle von Argans jüngerer Tochter Louison glänzte, konnten sich hervortun. Das Publikum in der halb gefüllten Gymnasiums-Turnhalle würdigte dies mit viel Applaus.
 




Erscheinungsdatum: Mittwoch 08.04.2009

zurück Diesen Artikel bei swp.de lesen