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Der Landkreis als Vorbild
Ab 29. Februar stehen wieder Streuobstbäume im Mittelpunkt

Streuobstpflegetage werden nach dem Vorbild des Main-Tauber-Kreises jetzt landesweit ausgedehnt. Eine Aktion startet wieder am 29. Februar. Die Schirmherrschaft hat Landrat Reinhard Frank übernommen.

Main-Tauber-Kreis  Die Beratungsstelle für Obst, Garten und Landschaft des Landratsamtes sowie der Kreisverband für Obst, Garten und Landschaft mit den dazugehörigen Obst- und Gartenbauvereinen im Main-Tauber-Kreis rufen zu den vierten Streuobstpflegetagen auf. Startschuss ist am Freitag, 29. Februar; die Aktion soll bis Samstag, 8. März, laufen. Landrat Reinhard Frank hat erneut die Schirmherrschaft über die Streuobstpflegetage übernommen und wird wieder eine Helfergruppe vor Ort besuchen.
 
"Diesmal können wir besonders positive Nachrichten vermelden", sagt Frank. "Der Landesverband für Obst, Garten und Landschaft Baden-Württemberg ist vom Erfolg und Vorbild-Charakter unserer Streuobstpflegetage so überzeugt, dass er dieses Projekt nun landesweit ausdehnt." Die ersten landesweiten Streuobstpflegetage nach Vorbild des Main-Tauber-Kreises finden im gleichen Zeitraum statt.
 
"Die vielen Streuobstwiesen prägen das landschaftliche Erscheinungsbild unseres Main-Tauber-Kreises von Freudenberg am Main bis in die Höhenlagen Creglingens", sagt Landrat Frank zum Hintergrund der Streuobstpflegetage. Frank sieht in den Streuobstbeständen ein kulturelles Erbe: "Manche Bäume wurden vor mehr als 100, Nussbäume sogar vor 150 Jahren gepflanzt, Birnbäume können 250 Jahre alt werden. Die Menschen waren früher auf die Früchte dieser Bäume, auf diese haltbaren Vitaminspender angewiesen."
 
Fachberater Harald Lurz weiß, dass es mit der Pflanzung alleine längst nicht getan ist. "Entscheidend für die Entwicklung unserer Streuobstwiesen ist die stetige Pflege. Diese sollte ab der Pflanzung so lange intensivst betrieben werden, bis der Baum zirka zehn Jahre alt ist. In dieser Zeit müssen die Bäume jedes Jahr geschnitten werden, und es müssen besondere Schutzmaßnahmen betrieben werden, zum Beispiel gegen Läusebefall." Wenn der Baum dann seine endgültige Form erreicht habe, also das Astgerüst tragfähig sei und der Ertrag eingesetzt habe, sei kein so intensiver Pflegeschnitt mehr nötig. Jedoch werde die Pflege dann häufig zu sehr vernachlässigt. Während der Streuobstpflegetage ab 29. Februar sollen also vor allem solche Bäume geschnitten werden, "die in den letzten Jahren nicht gepflegt wurden oder sogar über Jahrzehnte hinweg verwildert sind", erklärt Lurz. Er denke sowohl an gemeinde- und kreiseigene Bestände als auch an Bäume von Privatpersonen, bei denen die Besitzer aus Altersgründen die Pflege nicht mehr übernehmen könnten. Im Vorjahr wurden von 250 Helfern 1500 Bäume geschnitten.
 
Das Landratsamt bildet derzeit gemeinsam mit dem Kreisverband 22 neue Fachwarte aus. lra
 
Info
 
Obst- und Gartenbauvereine und Fachwarte lädt das Landratsamt schriftlich zum Streuobstpflegetag ein. Wer nicht in einem solchen Verein Mitglied ist, aber teilnehmen möchte, kann sich bei Harald Lurz, Telefon 0 93 41/82-57 22, oder per E-Mail: harald.lurz@main-tauber-kreis.de anmelden.
 




Erscheinungsdatum: Montag 18.02.2008

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