Grünsfeld/Mainstockheim Ein "gentechnikfreies Wochenende" veranstalteten verschiedene Organisationen in Mainstockheim im Landkreis Kitzingen. Im Rahmen einer "freiwilligen Feldbefreiung" sollte Genmais gegen gentechnikfreien Bantam-Mais "getauscht" werden. Im Vorfeld machte die Traktor-Demonstration in Grünsfeld einen Zwischenstopp.
Der Landkreis Kitzingen galt noch zu Jahresbeginn als bayernweites Zentrum des Genmaisanbaus. Rund 122 Hektar Fläche standen damals im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz. Das ist vorbei. Mittlerweile gibt es im Landkreis noch etwa neun Hektar an Standorten in Westheim, Hohenfeld, Fröhstockheim, Schwarzenau und Großlangheim. Für Karl Braig ist Gentechnik "kriminell und muss verhindert werden". Eine Woche war er mit seinem Traktor unterwegs. Ausgangspunkt des "Treks for Nature" war Straßburg. Über Grünsfeld gelangte er nach Mainstockheim, wo sich alle Gentechnik-Gegner im "Gendreck-weg"-Camp vereinigten.
"Gentechnik-Landwirtschaft macht Bauern abhängig", sagte Jochen Fritz in Grünsfeld. Der Diplom-Agraringenieur und landwirtschaftliche Berater aus Gäufelden war Initiator von "Treks for Nature". Koexistenz von Agro-Gentechnik und gentechnikfreier Landwirtschaft ist in seinen Augen nicht möglich. Die Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen sei von der Industrie erwünscht und mache eine freie Landwirtschaft unmöglich. "Wir wollen keine Versuchskaninchen für die große Agrarindustrie sein", erklärte Christine Gerstner vom "Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Main-Tauber". Deshalb sei es selbstverständlich, dass das Aktionsbündnis die "Gendreck-weg"-Aktion unterstütze.
Die geplante "Maistauschaktion" hatte das Kitzinger Landratsamt verboten. Weder einen "Aufruf zu Straftaten" noch eine Attacke "aus dem Lager heraus" wollte man hinnehmen. Feldbefreier wie Karl Braig oder Jochen Fritz bewerteten die Aktion als einen Akt zivilen Ungehorsams und der Notwehr. Um größeres Übel abzuwenden, sei eine Straftat berechtigt. feu