Bruchlandung der alten 'Me 109'

Die legendäre Messerschmidt Me 109 des Luftsportvereins Degerfeld ist zerstört. Gestern Nachmittag missglückte einem erfahrenen Piloten die Landung; das Jagdflugzeug schlingerte auf der Piste, der Motor bohrte sich in die Wiese und wurde heraus gerissen. Der Pilot ist unverletzt.

Albstadt  Nach Polizeiangaben hat sich der Unfall gegen 14.45 Uhr in etwa so zugetragen: Nach einem etwa 15-minütigen Übungsflug eines erfahrenen 69-jährigen Piloten mit der legendären Messerschmitt Me 109 des Luftsportvereins Degerfeld kam dieser mit der Maschine bei der Landung in Schräglage, setzte zunächst mit einem Rad des Fahrwerks auf, kippte auf das zweite Rad und kam mit der Tragfläche dieser Seite auf den unbefestigten Untergrund der Landebahn. Durch diese Berührung wurde das Flugzeug abrupt abgebremst und auf diese Seite gezogen. In der Folge kippte die Maschine nach vorne weg und bohrte sich mit dem Propeller in die Wiese. Zu einem Überschlag kam es nicht. Der Motor wurde geradezu aus dem Rumpf gerissen.

Manfred Birk, der erste Vorsitzende des Luftsportvereins, ist den Tränen nahe; manche seiner Kollegen bringen kaum ein Wort raus: 'Es war Glück im Unglück, und das Wichtigste: Dem Piloten ist nichts passiert.' Er ist laut Birk ein alter Hase, extrem erfahren und weltweit einer der anerkannten Spezialisten für dieses alte deutsche Jagdflugzeug.

Die 'Me 109' war der ganze Stolz des Luftsportvereins. In rund sieben Jahren und über 30 000 Arbeitsstunden von der vierköpfigen privaten Halter-Gemeinschaft mühevoll auf dem Albstädter Flugplatz restrauriert, war der Jäger europaweit ein gefragter Star. 'Die Terminkalender waren voll' berichtet Manfred Birk mit betrübter Stimme: 'Erst kürzlich ist sie von einer großen Flugschau aus Paris heimgekehrt.' Wo sie auch auftauchte, war die Albstädter Messerschmidt mit dem Kennzeichen 'D-FMWE' ein Blickfang. Schließlich war sie weltweit noch das einzige fliegende Exemplar.

Jetzt ein Wrack, ist es fraglich, ob die Me 109 nochmals in den Himmel steigen wird. 'Rein theoretisch könnte man sie vielleicht schon wieder zusammen flicken, bloß ob sich das Quartett diese Wahnsinnsarbeit nochmals aufhalst, ist schwer vorstellbar' sagt Manfred Birk. Der entstandene Schaden ist, wie er sagt, nur schwer zu beziffern: 'Das war natürlich alles ideell, aber wenn man die Mühen addieren könnte, dürften 100000 Euro schon hinkommen.' Versichert war das Flugzeug nicht. Das Luftfahrtbundesamt wurde in Kenntnis gesetzt. Die Kriminalpolizei hat aufgenommen.


 




Erscheinungsdatum: Samstag 16.07.2005

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