Weg frei gemacht für 'Klinik unter Nank'
Der Gemeinderat hat gestern grünes Licht für die entsprechende Bebauungsplanänderung gegeben und damit in einem ersten Schritt den Weg frei gemacht für die 'Fachklinik Unter Nank': Im Osten der Straße Unter Nank nördlich der bestehenden Bebauung will ein Investor eine Privatklinik für Neurologie und Psychotherapie bauen (wir berichteten).
Albstadt-Tailfingen Die Atmosphäre in der Kliniklandschaft des Zollernalbkreises ist angeheizt. Die Schließung der Hechinger Klinik ist beschlossene Sache. Darüber, wie sich die Situation für die beiden anderen Häuser entwickeln wird, wird viel spekuliert. Neue Kliniken sprießen zur Zeit ganz sicher nicht wie Pilze aus dem Boden - und wären dementsprechend sicher auch in den Albstädter Nachbarorten ein gern entgegen genommenes 'Geschenk'. Ein solches Vorhaben in dieser Zeit - das müsste doch eigentlich zu Reaktionen führen. Diese blieben in der gestrigen Gemeinderatssitzung allerdings weitgehend aus.
Angesichts der Brisanz, die man dem Thema durchaus zusprechen kann, ging die Sache im Gemeinderat erstaunlich sang- und klanglos über die Bühne. Im Gremium herrschte Einigkeit: Bei der Abstimmung gab es lediglich zwei Enthaltungen. Vor dem Votum meldeten sich zwei Redner zu Wort: Dr. Matthias Strähler (CDU) und Klaus Konzelmann (Freie Wähler) brachten ihre Freude über rund 30 neue Arbeitsplätze, die im Zuge dieses Projekts in Albstadt geschaffen werden sollen, zum Ausdruck.
Das Plangebiet umfasst 1,1 Hektar. Unter Nank wird im fraglichen Bereich das 'Reine Wohngebiet' bzw. die 'Fläche für Landwirtschaft' in ein 'Sondergebiet mit Zweckbestimmung' umgewandelt, um das Projekt planungsrechtlich abzusichern. Laut Verwaltungsvorlage handelt es sich bei der geplanten Privatklinik, die besagter Investor dort errichten will, 'um keine Akutklinik mit Operationen und Notaufnahme'. Vielmehr, heißt es, lägen die fachlichen Schwerpunkte im Bereich Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie. 'Im Rahmen der Behandlung verbringen die Patienten mehrere Wochen in den dafür vorgesehenen Krankenwohnzimmern', heißt es in der Sitzungsvorlage.
Investor schweigt Baupläne gab es gestern nicht zu sehen und es gab auch keine Informationen über die Konzeption. Ebenso wenig wurde das Inkognito des Investors gelüftet. Unsere Recherchen haben allerdings ergeben, dass der fragliche Investor momentan noch als Chefarzt an einer namhaften Klinik in einem Nachbarkreis tätig ist, die ihren Schwerpunkt ebenfalls in den genannten Bereichen hat. Weitere Auskünfte wollte er allerdings zum Zeitpunkt des Telefongesprächs mit der ZAK-Redaktion nicht geben.
Der Bau der Klinik soll in mehrere Abschnitte gegliedert sein. Vorgesehen sind laut Vorlage drei Gebäude mit maximal drei Vollgeschossen. Aus dem der Vorlage angehängten Umweltbericht geht hervor, dass im Zusammenhang mit dem Klinikprojekt drei weitere mögliche Standorte in Ebingen geprüft wurden: Süßer Grund, Ottmartal und badkap. Alle drei wurden allerdings für 'nicht geeignet' befunden.
Erscheinungsdatum: Freitag 17.02.2006
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